Im Test: Das Xiaomi Redmi Note 4

das Xiaomi Redmi Note 4 im Test

Schon seit einiger Zeit erobern nach und nach chinesische Hersteller auch den europäischen Markt. Während viele Geräte, unbekannter Hersteller noch als „Billiggeräte“ verschrien sind, haben es vor allem Huawai und Xiaomi in den Alltag der westlichen Welt geschafft. Und das nicht zu Unrecht. Zu vergleichsweise günstigen Preisen bekommt man in den meisten Fällen viel Hardware und gut verarbeitete Geräte mit tollen Designs.

Design des Xiaomi Redmi Note 4

Und mit Letzterem wollen wir auch gleich in den Test starten, denn was man bei einem Low-Budget Smartphone sicher nicht erwartet ist, dass es sich absolut nach einem Premium Gerät anfühlt. Doch genau das ist beim Redmi Note 4 der Fall.

Das Gehäuse, komplett aus Metall gefertigt, und das Display mit leicht abgerundeten Ecken, sowie das Gewicht von 175g und die Dicke von 8,2mm sorgen für ein sehr gutes Gefühl in den Händen. Tatsächlich ist man doch immer wieder überrascht, wie gut auch günstige Smartphones verarbeitet sein können.

Die Android typische Laut- und Leiser-Wippe sowie der Powerbutton sind ebenfalls aus Metall, sitzen fest im Gehäuse und haben einen angenehmen Druckpunkt. Ansonsten sind keine Tasten verbaut, außer den drei, im Display integrierten Systemtasten, welche beleuchtet sind.

Auf der Rückseite ist unter der Kamera noch der gut positionierte Fingerabdruckscanner zu finden. Dieser arbeitet schnell und präzise. Im Test fühlte sich das Entsperren sogar schneller und präziser als beim OnePlus 2 an. Somit ist er ähnlich gut wie der verbaute Fingerabdrucksensor in Huawai’s P9 und P9 lite.

Ansonsten findet man an Ober- und Unterseite des Redmi Note 4 einen 3,5mm Klinkenanschluss und eine Micro-USB Buchse. Wer hier nicht auf den neusten USB-C Standard verzichten möchte, muss zur Pro Version des Redmi 4 greifen.

Betriebssystem des Xiaomi Redmi Note 4

Im Kern ist das Xiaomi Redmi Note 4 selbstverständlich ein Android Smartphone und läuft mit Android 6 Marshmallow. Davon ist, durch die stark angepasste Oberfläche MIUI, aber kaum etwas zu sehen. Neben den üblichen Anpassungen der Icons, Farben und Menüs, verzichtet Xiaomi auch auf den App Drawer und lässt so ein leichtes IPhone Feeling aufkommen.

Eins vorweg, MIUI ist ein OS was ins im Test durchaus überzeugt hat. Es ist schnell, läuft flüssig und hat tolle Features. Ob jedoch die Optik der Oberfläche gefällt, muss jeder für sich entscheiden. Vor allem die eckigen, nicht freigestellten Icons und die doch sehr kindlich, bunte Oberfläche hat uns nicht besonders überzeugt.

Nun aber wieder zu den wirklich wichtigen Dingen. Denn MIUI hat viel zu bieten.
Hat man ein neues Smartphone in der Hand, kennt sicher jeder die ersten Handgriffe: Von links nach rechts, von rechts nach links und von oben nach unten wischen, den App Drawer öffnen und durchscrollen, die Einstellungen öffnen und durchscrollen und zu guter Letzt ein Foto machen. Fertig.

Rennt man so hastig durch die Oberfläche des Redmi Note 4 wird sicher nicht viel besonders auffallen, außer eventuell das schon angesprochene, sehr bunte Theme. Aber die Liebe steckt hier im Detail!

Es sind viele Kleinigkeiten die zu gefallen wissen, wie beispielsweise eine Wetteranzeige in der Benachrichtigungsleiste oder die automatische Benennung von Ordnern, wenn man zwei Apps aufeinander zieht (Gmail und GMX werden beispielsweise zum Ordner „Mails“). Der fehlende App Drawer gerät schnell in Vergessenheit, da er unter MIUI eigentlich gar nicht notwendig ist.

Positiv fiel auch auf, dass quasi keine Bloatware vorinstalliert ist. Klar, es sind einige Apps bereits installiert, aber keine bei der man sagt „die deinstallier ich direkt mal“. Neben den Standard Apps wie einem Mailprogramm gibt es da zum Beispiel noch ein Radio, einen Kompass, eine Wasserwaage, einen QR-Code Scanner, eine Fernbedienungs-App da auch ein IR Sensor verbaut ist, oder das Sicherheitscenter mit vielen hervorragenden Funktionen für die man sonst Drittanbieter Apps beziehen würde.

Neben den Apps sind in den Einstellungen aber auch viele sinnvolle und innovatives Dinge angepasst worden. So gibt es beispielsweise eine erweiterte Gestensteuerung mit der man z.B. per drei Finger Wischgeste einen Screenshot aufnehmen kann oder einen Berührungsassistenten der eine Art erweiterten Homebutton an die Seite des Bildschirms legt. Über ihn können vor allem Menschen mit kleineren Händen im Prinzip alle Aktionen der unteren Systembuttons ausführen ohne umgreifen zu müssen. Sehr praktisch.

Ebenfalls für Menschen mit kleineren Händen und großem Display ist der sogenannte Einhandmodus. Ist dieser aktiviert, kann durch eine Wischgeste über die Onscreen Systemtasten das 5,5“ große Display auf eine beliebige Größe, beispielsweise 4“, geschrumpft werden. So kann man, ohne eine zweite Hand zur Hilfe zu nehmen, das gesamte Display mit nur einer Hand erreichen.

Last but not Least ist die OnBoard Funktion zum Apps klonen zu erwähnen. Da es sich beim Redmi Note 4 um ein Dual SIM Smartphone handelt, möchte man eventuell für zwei verschiedene Nummern Messenger wie WhatsApp oder Telegramm nutzen. Vielleicht hat man auch mehrere Instagram oder Twitter Accounts zu verwalten.

Um dies zu ermöglichen gibt es Drittanbieter Clone-Apps die in vielen Fällen oft mehr schlecht als recht funktionieren. Mit der hauseigenen Clone-Möglichkeit von Xiaomi gab es im Test überhaupt keine Probleme. Die nötigen Apps konnten wunderbar geklont werden und liefen problemlos. Gerade bei Dual SIM Smartphones eine Funktion, die eigentlich jeder Hersteller integrieren sollte.

Display des Xiaomi Redmi Note 4

Im Xiaomi Redmi Note 4 ist ein 5,5 Zoll großes IPS Display verbaut, welches für eine hohe Blickwinkelstabilität sorgt. Farben werden sehr kontrastreich, wenn auch weniger knackig als auf einem OLED Display dargestellt. Die Auflösung von 1920×1080 Pixeln sorgt für ein gestochen scharfes Bild. Der 10-Punkt Touchscreen funktioniert präzise und schnell. Alles in Allem wird ein gutes Gefühl vermittelt, wenn man das Smartphone bedient. Grund dafür ist aber auch das angenehme, kratzfeste Glas und die bereits erwähnten leicht abgerundeten Kanten.

Leistung des Xiaomi Redmi Note 4

Das Redmi Note 4 kommt mit einem Zehnkern-Prozessor von Mediatek daher. Dem Helio X20. Im Test hat dieser Prozessor keine Wünsche offengelassen. Im normalen Alltagsbetrieb gibt es keine Ruckler, Apps starten zügig und auch Spiele sind kein Problem. Getestet wurde vor allem Asphalt 8: Airborne, welches durchgehend flüssig lief und auf dem Redmi große Freude machte.

Erhältlich ist das Redmi Note 4 mit wahlweise zwei oder drei GB RAM. Auch mit der kleineren RAM Version soll das Gerät sehr gut laufen, unser Testgerät hatte allerdings das größere RAM Modul verbaut. Besonders für Anwender die gerne viele Apps im Hintergrund offen haben und schnell zwischen diesen wechseln möchtet, bietet sich diese Version eher an.

Weitere Technik

Was steckt sonst noch so drin im Redmi Note 4?
Zum einen ist ein WLAN Modul verbaut, welches den ac-Standard beherrscht und so sowohl mit 2,4- als auch in 5GHz Netzen zurechtkommt. Das sorgt für eine ordentliche WLAN Geschwindigkeit. Neben den normalen Sensoren und GPS wurden noch die bereits angesprochene Infrarotschnittstelle und ein Kompass verbaut. Bluetooth kommt in der 4.2er Version zum Einsatz und Dank USB On-the-go (OTG) können auch Wechseldatenspeicher mittels Adapter an das Smartphone angeschlossen werden. Auf NFC sowie auf LTE (in Deutschland) muss leider verzichtet werden.

Akkulaufzeit des Xiaomi Redmi Note 4

Der verbaute 4100 mAh starke Lithium-Ionen-Akku lässt genau wie der Rest kaum Platz für Kritik. Das Redmi Note 4 ist nicht nur im Test in knapp zwei Stunden vollgeladen, es hält bei normaler Nutzung auch bis zu zwei Tage durch. Ein Wert, der in der heutigen Smartphone Welt sehr gut ist. Nutzt man sein Smartphone sehr häufig, kann man immer noch sicher sein, ohne Probleme durch den Tag zu kommen.

Kamera des Xiaomi Redmi Note 4

Die im Redmi Note 4 verbaute Kamera bricht leider keine Rekorde ist aber durchaus zu gebrauchen und vollkommen dem Preis entsprechend. Bei genügend Licht macht die Kamera ordentliche Bilder, HDR und Makro Fotos werden auch gut. Im Gegensatz zu manch anderen Testberichten hat uns auch die Farbdarstellung gefallen. Alle gemachten Fotos sahen gut aus. Wird es dunkler, kommt es leider recht schnell zu verrauschten Bilder. Aber, wie gesagt, für die Preisklasse erhält man eine anständige Kamera.

Die Front-Kamera geht in Ordnung, schneidet aber eher mittelmäßig ab.

Da man sich am besten selbst einen Eindruck von der Fotoqualität macht, folgen ein paar Testbilder.

Preis des Xiaomi Redmi Note 4

Das Xiaomi Redmi Note 4 ist im Internet für 155-170€ erhältlich. Ein Preis der eine Kampfansage gleicht in Anbetracht der Funktionen und der Qualität die man bekommt.

Fazit zum Xiaomi Redmi Note 4

Wahrscheinlich hat man es während des Testberichts leicht gemerkt, das Xiaomi Redmi Note 4 hat uns vollkommen überzeugt. Ab dem ersten Moment hat man das Gefühl ein hochwertiges Top-Smartphone in der Hand zu halten und das zu einem sehr günstigen Preis. Es gibt quasi nichts auszusetzten.

Positiv
+ Design und Verarbeitung
+ Display und Farben
+ Akkulaufzeit
+ Funktionsumfang von MIUI

Neutral
Hauptkamera
Kein USB-C

Negativ
–  buntes Design des OS
– Front Kamera

Techgeek /Fußballfanatiker / DHDL-Fan
  • Fabian PausD

    Laden dauert ca. Sechs Stunden.
    WiFi lässt sich nicht abschalten im Stand-by.
    Apps die im Hintergrund laufen sollen „runkeeper“ werden gekillt, egal mit welcher Einstellung.
    Kein Support von Anbieter.
    Zoll verlangt noch einmal Cash👍

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