Eindrücke des ARMS Global Testpunch

Die erste Phase des Arms Global Testpunch ist vorbei und hat Spielern auf der ganzen Welt einen ersten Einblick in Nintendos neues, heiß erwartetes Kampfspiel gegeben.

In insgesamt sechs jeweils eine Stunde langen Blöcken konnten Besitzer einer Nintendo Switch das neue Spiel kostenlos testen. Wie bereits bei Splatoon hat dieser Servertest die Spieler online aufeinander losgelassen damit diese sich austoben und das neue IP testen können.
Zur Verfügung standen 7 Charaktere, von denen jeder 3 verschiedene ARMS zur Auswahl hatte. Zu Beginn eines jeden Matches kann der Spieler sich seine Waffen aussuchen, jede von Ihnen verhält sich anders und verfügt über eine andere Spezialfähigkeit.

8-Spieler-Lobbys für Simultankämpfe

ARMS Lobby Screenshot

In der Lobby laufen mehrere Kämpfe parallel ab.

Das Matchmaking wurd bei ARMS sehr interessant gelöst. Sobald man sich verbindet wird man einer Lobby zugeordnet, in der sich bis zu 8 Spieler befinden können. Innerhalb dieser Lobby werden dann vom System Matches aufgesetzt, die Spieler werden in verschiedene Modi gesteckt und treten gegeneinander an. Dabei reicht es vom klassischen 1-gegen-1-Kampf und 2-gegen-2-Kampf auch über ein 3-Mann-Free-For-All bis hin zu einer Partie Volleyball. In ein Volleyball-Match wurde ich im Laufe meiner Spielzeit leider nur ein Mal, und dabei ging auch kurz nach Beginn die Verbindung verloren. Des weiteren ist eine Besonderheit der 2-gegen-2-Kämpfe, dass die Kämpfer eines Teams durch eine Art Seil verbunden sind, welches sie daran hindert, sich zu weit auseinander zu bewegen. Das verhindert, dass man einen Gegner einkreist und ihn von zwei Seiten einseift, Nintendo achtet hier durchaus schon auf ein ausgeglichenes Gameplay.

3 Karten plus die Volleyballarena

ARMS Disconnect Screenshot

Auch das gehört zu den Servertests dazu…

Die regulären Kämpfe werden auf einer von drei Karten ausgetragen. Entweder in einer Arena mit gefederten Randelementen, einer langen Treppe in einem asiatischen Land oder in einem Labor in welchem Lebewesen mit Federarmen gezüchtet werden. Dabei ist das Kampfverhalten auf jeder Karte natürlich etwas anders.
In der Sportarena hat man vergleichsweise wenig Platz, kann dafür aber die Randelemente, welche einen beim darauf springen noch einmal in die Luft katapultieren, für geschickte Angriffsmanöver nutzen. Die Steigung der Treppe bringt seine ganz eigenen Probleme mit sich, hier verliert man schnell einmal den Sinn für die Tiefe und die Schläge gehen ins leere. Außerdem ist gerade bei 3-Mann-Kämpfen die Positionierung wichtig. Hier konnte ich auf der Treppe öfters beobachten, wie ein Spieler in der Mitte der Treppe stand – und von den beiden anderen kräftig versohlt wurde.
Im Labor hat man hingegen genug Platz, außerdem bieten die Glasröhren in denen die neuen Lebewesen heran gezüchtet werden eine exzellente Möglichkeit der Deckung, welche jedoch nach einigen kräftigen Schlägen zu Bruch geht.

Gewöhnungsbedürftige Erinnerung an die Wii-Zeiten

Das eigentliche Gameplay ist dabei relativ simpel, schnell gelernt, aber es dauert eine ganze Zeit bis man wirklich das tut, was man tun will. Das Haupt-Gimmick von ARMS ist die Steuerung, die von Nintendo am liebsten präsentierte Art und Weise der Steuerung ist mit einem JoyCon in jeder Hand, und dann wird losgeschlagen. Die Sensoren der JoyCons spielen hierbei die zentrale Rolle, reagiert der Charakter schließlich auf die Haltung der Arme. Neigt man beide JoyCons in die gleiche Richtung bewegt sich der eigene Kämpfer in eben jene, neigt man sie zusammen, wird geblockt. Das Schlagen dürfte selbsterklärend sein. Mit der L-Taste kann man „Sprinten“, den Charakter einen Ausweichschritt machen lassen, und mit R wird gesprungen. Blockt man lange genug, oder hält man die L/R-Taste lange genug gedrückt, kann man seine ARMS aufladen. Trifft ein aufgeladener ARM fügt er neben dem regulären Schaden noch einen Elementareffekt zu, was den Kampf mitunter stark beeinflussen kann. Mittels ZL bzw. ZR aktiviert man einen Spezialangriff, falls man vorher durch genug Treffer am Gegner den Spezialangriffsindikator aufgeladen hat. Bei diesen Spezialangriffen bekommt man die Möglichkeit, eine kurze Zeit lang schnell zuzuschlagen, wobei jeder Schlag auch mit dem Elementareffekt der jeweiligen Waffe geladen ist.

Ohne Items wäre ARMS kein Nintendo-Spiel

An sich eine simple Steuerung, jedoch erwischt man sich gerade zu Beginn öfters dabei, in der Hitze des Gefechts einfach nur panisch die JoyCons zu schwingen, und dementsprechend verhält sich dann auch der eigene Kämpfer. Es bedarf einiger Übungsrunden, bis man die Ruhe drin hat, um die Schläge gezielt zu platzieren, noch einige weitere Runden mehr bis man diese dann auch mehr oder weniger gekonnt in der Luft da hin lenken kann, wo man sie hin haben möchte. Hat man sich aber mal mit der Steuerung vertraut gemacht, ist das Spiel definitiv unterhaltsam.
Um die Kämpfe etwas aufzulockern, erscheinen gelegentlich Items in den Arenen. Gerne gesehen sind Trinkflaschen, welche je nach Inhalt – grün oder gelb – die Lebensenergie oder den Spezialangriffsindikator aller Spieler im Umkreis für eine gewisse Zeit füllen. Fieser sind hingegen die Kugeln, welche gelegentlich von schwebenden Robotern fallen gelassen werden. Diese können die Kämpfer bei Kontakt gerne mal schocken, einige von ihnen agieren aber auch als Bomben. Und von der Explosion erwischt zu werden zehrt gewaltig an der verbleibenden Lebensenergie. Umso wichtiger ist hier der taktische Einsatz dieser Bomben, können diese vor der Explosion durch einige gut platzierte Schläge durchaus in die Nähe des Gegners gebracht werden.

Ein Kampf dauert maximal 90 Sekunden, nach Ablauf dieser Zeit gewinnt vermutlich der Spieler, der mehr Lebensenergie übrig hat. Vermutlich an dieser Stelle, da es in den Kämpfen an denen ich

ARMS Kampf Screenshot

Gerade in ARMS muss man auch was einstecken können.

teilgenommen habe nie dazu kam. In der Regel ist der Drops nach 45 bis 60 Sekunden gelutscht. In knappen Kämpfen kann die Uhr auch mal bis 18 Sekunden runter gehen, dann war es aber auch ein sehr ausgeglichenes Match. Ideal also für die kleine Partie zwischendurch.
In dem Bestreben, die Spieler nicht ständig gegen die selben Gegner antreten zu lassen, kann es in der Lobby gelegentlich zu etwas längeren Wartezeiten kommen. So kann es zum Beispiel passieren, dass während das eigene Match geendet hat, die anderen gerade erst starteten. So muss man dann warten bis wenigstens eins von ihnen beendet ist, damit man mit anderen Spielern zusammengewürfelt wird. Während man wartet kann sich aber Aufwärmen, sprich gegen Attrappen kämpfen, um sich vorzubereiten – oder das Zielen zu üben.
Nach jedem Match bekommt man 1 bis 3 Münzen, je nachdem ob man Sieger war oder nicht. Für Combos gibt es nach der Schlacht durchaus noch die ein oder andere Extramünze. Während des Global Testpunch sind diese Münzen nutzlos und werden auch nach dem Verlassen der Lobby nicht mehr nachgehalten. Im vollen Spiel sind diese aber später dazu zu gebrauchen, sich neue ARMS für seine Kämpfer zu kaufen und damit Abwechslung in die Matches zu bringen.

ARMS Sieger Screenshot

Mit etwas Übung gewinnt man relativ schnell das ein oder andere Match.

Unterm Strich konnte der Global Testpunch gut vermitteln, worum es bei ARMS geht. Meiner Meinung nach geht die Formel auf, die Kämpfe machen spaß, wenn man erst einmal den Dreh raus hat. Natürlich stößt man hin und wieder auf Gegner, welche einen innerhalb kürzester Zeit plattmachen, aber dies ist eher die Ausnahme als die Regel. Ich sehe ein großes Potenzial in ARMS, gerade weil das Spiel in seiner Vollversion auch Ranked Matches mitbringt, und so ein Element mitbringt, welches Progression in das Spiel bringt. Dadurch hat man das Gefühl, wirklich auf etwas hinzuarbeiten und auch eine Belohnung für gute Leistung zu bekommen.
Gerade bei neuen IPs von Nintendo sind die Erwartungen immer hoch, ist es für den Spieleriesen aus Japan doch eher ungewöhnlich, von seinen etablierten Marken abzurücken und in neue Reihen zu investieren. Aber schon bei Splatoon ging die Rechnung mehr als auf und ARMS beweist einmal wieder, dass Nintendo gerade im eSports-Bereich punkten will. Und hierfür eignet sich ARMS wirklich ausgezeichnet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auf Twitch die ersten professionell kommentierten Turniere laufen. Weitere Infos zu ARMS findet ihr auf Nintendos offizieller Seite zum Spiel, erhältlich ist der Titel ab dem 16. Juni für die Nintendo Switch.