Teufel Rockster XS im Test: Überzeugt der Minirocker?

Teufel hat bereits mehrmals gezeigt, wie man gute Lautsprecher baut. Mit dem neuen Rockster XS versucht der Berliner Hersteller nun den Markt erneut aufzumischen und perfekten Sound der Spitzenklasse im Miniformat zu präsentieren. Ob das gelungen ist, zeigt dieser Testbericht.

Design und Verarbeitung

Der Teufel Rockster XS ist mit seinen geringen Abmessungen von gerade einmal 8,60 x 17,80 x 6,90 cm nicht viel größer als ein großes Smartphone. Allerdings ist er deutlich dicker und schwerer. Auf der Vorderseite befindet sich ein schlichtes Lautsprechergitter, hinter dem die zwei Aluminium-Breitbänder sitzen. Gleichzeitig findet sich so ein Gitter auch auf der Rückseite. Hier ist der Tieftöner untergebracht, welcher für ordentlich Druck in der Musik sorgen soll. Auf der Oberseite, wie auch auf der Unterseite, finden sich Silikon-Bumper, welche den Lautsprecher zusätzlich vor Stößen schützen sollen. Außerdem ist der Rockster XS  gegen Spritzwasser geschützt und eignet sich damit auch für den Outdoor-Einsatz. Durch gleich drei mögliche Aufstelloptionen gewinnt der Lautsprecher zusätzlich an Flexibilität, da er sowohl stehend, als auch liegend aufgestellt werden kann und trotzdem stets gute Abstrahlwinkel gegeben sein sollen.


Während auf der Oberseite die Bedientasten implementiert sind, findet sich auf der Unterseite eine gummierte Abdeckung, hinter der die Anschlüsse zum Vorschein kommen. Die Seiten sind aus robustem Aluminium und Stahl gefertigt, wodurch der Käufer im Gesamten also ein robustes Gehäuse aus Aluminium, Stahl und Kunststoff erhält, was man in dieser Preisklasse von 200-300 Euro nicht oft zu Gesicht bekommt. Die Lautsprechergitter sind ebenfalls sehr robust und lassen sich nicht eindrücken oder fallen durch knacken oder knarzen auf. Einzig und allein die Silikon-Bumper wirken etwas locker, wenn man dort herumdrückt. Zusätzlich ist ein leichtes Knarzen zu hören, was die Bedienung und den Sound aber keineswegs beeinträchtigt. Dennoch sollten bei einem Gerät für 220 Euro derartige Mängel nicht auftreten. Ob es sich hierbei um einen Produktionsfehler des Testexemplars handelt, lässt sich nicht abschließend beurteilen.

Ausstattung und Features

Neben zwei 46 mm Aluminiumtreibern auf der Front werkelt auf der Rückseite der 100 x 46 mm große Tieftöner. Angetrieben wird die Klanglast von einem 16 Watt starken Class-D-Verstärker, welcher hohe und zugleich verzerrungsfreie Pegel ermöglichen soll. Zusätzlich kommt ein digitaler Signalprozessor (DSP) zum Einsatz, der mit Dynamic Bass noch mehr Power aus dem Gehäuse zaubern soll.

Diverse Verbindungsmöglichkeiten

Hinter der gummierten Abdeckung auf der Unterseite des Rockster XS finden sich die zahlreichen Anschlüsse. Für einen Bluetooth-Lautsprecher üblich ist Bluetooth 4.0 mit an Bord und lässt gleich zwei DJs gleichzeitig Musik abspielen. Das bedeutet, dass man ganz bequem von einem Endgerät zum anderen wechseln kann. Des Weiteren steht NFC zur Verfügung, um das Pairing so unkompliziert wie nur möglich zu gestalten. NFC-Pairing funktioniert derzeit nur mit Android-Geräten. iPhone und iPad müssen also herkömmlich über das Bluetooth-Menü in den Geräte-Einstellungen mit dem Rockster XS verbunden werden. Die Reichweite fiel äußerst positiv auf. Ohne Hindernisse spielte die Musik bis auf knappe 20 Meter Distanz ohne Ruckler, mit Hindernissen kam es aber häufig zu Ausfällen schon nach ein paar Metern Abstand.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch die Unterstützung von APT-x. APT-x ist neben A2DP der gängige Bluetooth-Codec, um Musik und andere Signale in CD-Qualität übertragen zu können. Wie auch bei NFC steht diese Funktion nur Android-Geräten, aber auch Windows-PCs und Mac-Computern zur Verfügung.

Wer keine Lust hat, den Lautsprecher per Bluetooth mit Musik zu versorgen, kann auch einfach den integrierten Line-In-Anschluss nutzen, um die Musik analog per 3,5-mm-Klinkenkabel zu übertragen. Auf diese Weise können mit einem passenden DAC sogar noch bessere Ergebnisse als mit APT-x erzielt werden.

Starker Akku versorgt sogar Geräte mit Strom

Dazu gibt es noch eine praktische Powerbank-Funktion, welche über den USB-A-Anschluss genutzt werden kann. Steckt man hier beispielsweise sein Smartphone an, wird dieses wieder aufgeladen. Möglich macht dies der 4400mAh starke Akku, welcher über den Micro-USB-Port bequem mit dem mitgelieferten Kabel und Netzteil aufgeladen werden kann. Teufel verspricht hier 30 Stunden Maximal-Laufzeit, merkt aber an, dass dieser Wert je nach Lautstärke und Musikrichtung variieren kann. Auch muss man sich keine Sorgen machen, den Lautsprecher auszuschalten, falls man kurz keine Musik hört, da dann die Ein/Ausschalt-Automatik greift. Ist die Musik pausiert, ist der Lautsprecher quasi aus, aber noch in Bereitschaft. Nach länger als 30 Minuten war der Lautsprecher jedoch komplett aus, um nicht unnötig in Alarmbereitschaft auf die nächste Party zu warten. Zu beachten ist, dass dieses Feature nur mit digital verbundenen Quellen genutzt werden kann, also mit Bluetooth oder USB-Soundkarte. Im Alltag erwies sich dieses Verhalten als äußerst nützlich, um beim erneuten Einschalten nicht auf die Verbindung warten zu müssen und den Akku zu schonen, wenn mal keine Musik lief, der Lautsprecher aber noch eingeschaltet war. Zu guter Letzt lassen sich zwei Rockster XS zu einem Stereo-Paar zusammenfassen, um ein noch besseres Klangerlebnis zu ermöglichen. Hat also ein Freund von euch schon einen Rockster XS, kann man eine kleine Klangbühne realisieren. Wie gut dieser Stereo-Modus funktioniert, konnten wir leider nicht testen – Teufel verspricht aber eine reibungslose Verbindung bei optimalen Bedingungen auf bis zu 2 Meter Distanz zwischen den beiden Lautsprechern.

Alleinstellungsmerkmal: 2.1 USB-Soundkarte

Neben den Standard-Anschlüssen gibt es noch eine Besonderheit, die wir so noch nicht erlebt haben. Der Ladeport bietet zusätzlich zum Ladevorgang eine Funktion, um den Rockster XS digital und direkt an den Computer per USB anzuschließen. Hierfür steckt man einfach das Micro-USB-Kabel in den Ladeport des Lautsprechers und das Ende nicht wie gewöhnlich ins Netzteil, sondern in die USB-Buchse eines Computers. Nun kann die Musik direkt und digital per Kabel an den Lautsprecher übertragen werden und die Soundkarte des Rockster XS übernimmt den Rest wie Signalverarbeitung und Aufbereitung des Klangs. Solch derartiges Feature bieten vor Allem in dieser Preisklasse keine anderen uns bekannten Bluetooth-Lautsprecher. Gerade zu Hause stellte dies ein nützliches Feature dar, um den Lautsprecher zu laden und gleichzeitig ohne Weiteres wie etwa das Herstellen einer Bluetooth-Verbindung & Co. Musik abspielen zu können.

Wichtige Bemerkung am Rande:

Der Nutzer kann nicht selbst festlegen, welche Eingangsquelle genutzt wird. Bluetooth hat immer Vorrang, erst dann kommen die Kabel-Verbindungen wie Klinke oder Soundkarte an die Reihe. Ein nerviger Nebeneffekt, der uns häufig auffiel, war, dass das Smartphone so bei einem Klingelton die Kontrolle über den Lautsprecher übernahm und die Musik, die per Kabel übertragen wurde, plötzlich stumm war. Natürlich kann man Bluetooth auf seinem zuletzt verwendeten Endgerät ausschalten oder den Rockster XS ignorieren, damit er nicht automatisch verbunden wird. Hat man den Lautsprecher jedoch auf einer Party mit dabei und ein Freund hat sich damit verbunden, kann man die Verbindung nicht mehr selbst unterbrechen, da ein Löschen der Konfiguration des Rockster XS nicht ohne Weiteres möglich ist. Man sollte also immer beachten, bei Kabelverbindungen alle anderen Störquellen wie zuvor verbundene Bluetooth-Geräte unbedingt vom Lautsprecher zu trennen, um einen reibungslosen Musikgenuss zu gewährleisten. Besser wäre es, wenn Teufel dem Nutzer die Kontrolle über die Eingangsquelle gäbe, oder keine Bluetooth-Signale mehr bei mit Kabel verbundener Eingangssquelle durchlassen würde.

Klang: Limiter mit Verbesserungsbedarf

Neben noch so tollen Ausstattungsmöglichkeiten für einen Bluetooth-Lautsprecher stellt der Klang das zentrale Kriterium dieser Geräteklasse dar. Und hier spielt der Rockster XS genau da, wo man sich einen Lautsprecher für 220 Euro vorstellt: Die Bässe wirken äußerst präzise und reichen sogar bis etwas unter 70 Hz herab. Dazu präsentieren sich klare, jedoch nicht zu überspitzte Höhen, sowie ein weiches, ergänzendes Mittenfundament. Bei höheren Lautstärken werden die Mitten zwar etwas abgeschnitten und die Bässe zerren ein wenig an den Höhen – Angesichts der Gehäusegröße ist die gebotene Leistung aber allemal beachtlich – vor Allem, wenn man diesen Lautsprecher ein paar anderen Modellen gegenüberstellt. Der Rockster XS spielt stets ganz vorne mit und ist dabei deutlich kleiner. Einzig und allein der Limiter hemmt den Musikgenuss ein wenig: Bei besonders dynamischen Musiktiteln fiel der Rockster XS häufig durch ein seltsames Aussteuern der Musik auf. Ist zum Beispiel viel Bassfundament vorhanden, regelt der Lautsprecher deutlich hörbar herunter – und zwar so, als ob jemand ständig die Lauter/Leiser-Tasten betätigen würde. Gerade bei dynamischer Rockmusik oder basslastigen House- und Dance-Tracks fällt dieses Verhalten besonders ins Gewicht. Teufel sollte also noch etwas am Limiter arbeiten, denn hier sind andere Hersteller besser aufgestellt, auch wenn sie nicht an die Präzision der Teufel-Produkte heranragen.

Fazit: Überzeugt der Minirocker?

Der Rockster XS von Teufel überzeugt ganz klar in Sachen Design, Verarbeitung und Ausstattung. Auch der Sound ist für den aufgerufenen Preis von 219 Euro herausragend gut und ausgewogen, und erreicht Lautstärken Regionen, von denen andere Geräte anderer Hersteller in dieser Größe nur träumen können – Teufel sollte aber noch etwas am Limiter schrauben, da dieser gerade bei dynamisch produzierten Tracks den Musikgenuss durch den unschönen Lauter-Leiser-Effekt hemmen kann.
Ebenfalls erstaunlich gut fällt die Akkulaufzeit ins Gewicht: Mit einem 4400mAh-Akku bringt es der Minirocker auf mehr Laufzeit als viele andere Lautsprecher – und lädt dabei sogar noch ohne zu murren das Smartphone auf.
Als Gesamtpaket erhält man hier also einen robusten Lautsprecher, welcher mit seinen zahlreichen Verbindungsmöglichkeiten, der ausgezeichneten Akkulaufzeit, sowie dem klaren, präzisen Sound vor anderen Modellen in dieser Preisklasse in Führung geht.

Teufel Rockster XS im Test: Überzeugt der Minirocker?
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