Honor 10: Erfahrungen nach einem Monat Nutzung!

Am 15. Mai wurde das Honor 10 in London vorgestellt und wir haben das Gerät seitdem in Benutzung. Wer Honor als Smartphone-Hersteller schon etwas länger kennt, der weiss, dass viel Leistung für wenig Geld das wohl größte Motto des Herstellers ist. Schon mit dem Honor 9 wurde ein Gerät auf dem Markt gebracht, welches in Punkto Preis-Leistung extrem viel zu bieten hatte.

Design und Verarbeitung

Wir beginnen obligatorisch mit dem Design und der Verarbeitung des Gerätes. Das Gerät kommt in den Maßen 149,6 x 71,2 mm daher, daraus ergibt sich eine Displaydiagonale von 5,84 Zoll. Mit 7,7 mm ist das Gerät sehr dünn und fühlt sich in der Hand extrem gut an. Auf der Front ist das Gerät zu den Seiten hin leicht abgerundet, auf der Rückseite ist die Abrundung deutlich agressiver. So wie wir es von Smartphones aus 2018 fast schon gewohnt sind, setzt Honor auf eine Notch. Diese ist jedoch relativ klein gehalten und stört im Alltag kaum.

Zudem ist zu erwähnen, dass sich die Notch softwareseitig ausblenden lässt. Dabei wird die Aussparung in einen schwarzen Balken eingehüllt und verschwindet dank gutem Display. Benachrichtigungen werden in diesem Balken jedoch weiterhin angezeigt.

Außerdem entdecken wir neben einer 24 Megapixel Frontkamera und der Hörmuschel noch eine dezente Benachrichtigungs-LED auf der Frontseite. Dreht man das Telefon um, springt uns gleich die außergewöhnliche Farbe ins Auge.

Ich habe das Gerät hier in der Farbe Phantom Blue, es ist jedoch noch in den Farben, Phantom Green, Glacier Grey und dem gutem alten Schwarz verfügbar. Die Dualkamera besteht aus einem 24 MP Farb- und einem 16 MP Monochromsensor. Dabei steht die Kamera nur leicht aus dem Gehäuse hervor. Dass das Gerät dadurch stark kippelt, konnte ich nicht feststellen.  Direkt daneben entdecken wir den Schriftzug „AI Camera“. honor möchte hiermit sagen, dass eine Software zum Einsatz kommt, welche bei Aktivierung automatisch die besten Filter und Farbeinstellungen wählt, um das optimale Foto aufzunehmen. Dies kennen wir ja bereits aus Huaweis P20-Reihe. Mit einem Arbeitsspeicher von 4GB bleiben Apps im Hintergrund lange geöffnet, der interne Speicher von 64GB oder 128GB ist jedoch nicht erweiterbar.

Leider finden wir an diesem Gerät keine IP-Zertifizierung, Gegen das eindringen von Wasser oder Spritzwasser ist das Gerät also nicht geschützt.

 

Tasten/Anschlüsse

 

 

Eine weitere Besonderheit vom Honor 10 ist der Home-Button unterhalb des Displays. Dieser fungiert gleichzeitig als Fingerabdrucksensor und wurde nicht wie sonst üblich ins Glas eingelassen, sondern steckt unter dem Glas. Honor sagt, dass man das Telefon dadurch auch mit nassen Fingern entsperren könne.

Und tatsächlich, auch mit nassen Fingern entsperrt der Fingerabdrucksensor das Gerät. In Sachen Zuverlässigkeit und Schnelligkeit lässt sich der Sensor leider nur als durchschnittlich bewerten, da das Gerät im Vergleich zu anderen Geräten von Honor, relativ träge entsperrt. Auch passiert es leicht, dass man den Sensor nicht genau trifft, da man keine Erhebung im Display spürt. Honor gibt uns hier jedoch einen Trost, und zwar mit dem Face Unlock. Unter normalen Lichtbedingungen ist diese rasend schnell und einfach durchzuführen.

Auf der rechten Seite des Gerätes befinden sich Lauter-Leiser-Wippe, sowie der Power-Button. Dieser ist meiner Meinung nach nicht ganz optimal platziert. Oft ist es mir beim Sperren in der Hand passiert, dass ich Power-Button und Leiser-Taste gleichzeitig erwischte und somit einen Screenshot aufnahm. Für meinen Geschmack hätten beide Tasten ein gutes Stück weiter oben platziert sein können. Auch fühlt sich der Power-Button etwas wackelig an, das ist jedoch meckern auf hohem Niveau und in Betracht des Preises gar kein Problem.

Unten am Gerät finden wir einen Mono-Lautsprecher, ein Mikrofon sowie einen USB Typ C Anschluss. Der Lautsprecher klingt angenehm laut, mit den Stereo-Lautsprechern eines Samsung Galaxy S9 kann dieser jedoch nicht mithalten. Beim Typ -C Anschluss setzt Honor auf USB 2.0, dank Huaweis Super-Charge, lädt der Akku jedoch rasend schnell voll. Bis zu 50% in 25 Minuten sind möglich.

Oben am Gerät finden wir ein weiteres Mikrofon und einen Infrarot-Port. Praktisch, wenn man sein Smartphone oft noch als Fernbedienung nutzt.

Auf der linken Seite finden wir dann nur noch den Einschub für bis zu 2 Nano-SIM-Karten. Per Micro-SD lässt sich der Speicher des Honor 10 leider nicht erweitern.

Display

Kommen wir zu einem weiteren Highlight des Gerätes und zwar dem Display. Honor bringt ihr ein LCD Panel zum Einsatz, ein OLED Panel kann man in dieser Preisklasse selbstverständlich noch nicht erwarten.

Das Display des Honor 10 besticht durch brillante Farben und und einer optimalen Blickwinkelstabilität. Angetan sind wir vorallem von der Helligkeit des Displays, selbst bei massiver Sonneneinstrahlung lässt sich noch ohne Probleme vom Display ablesen.

Die Auflösung des Displays beträgt 1.080 x 2.280 Pixel, daraus ergibt sich Pixeldichte von 432 ppi. Auch bei genauem hinschauen konnte ich keine einzelnen Pixel mehr erkennnen. Wie eben schon angesprochen, wurde die Notch an diesem Gerät ziemlich gut gelöst. Sobald ihr euch beispielsweise ein Video anschaut, blendet die Software die Notch gar nicht erst ein und nutzt dennoch das gesamte Display aus, Bei Spielen ist es genauso.

Das finden wir doch schon ziemlich cool, denn nur, weil ein Smartphone eine Notch besitzt, heisst das nicht dass sie sich auch die Ganze zeit in den Vordergrund drängen muss.

Performance und Schnelligkeit

Im Honor wurde ein High Silicon Kirin 970 Prozessor verbaut. Probleme im Alltag dürften hier nur echte Kritiker feststellen. Mikro-Ruckler schlichen sich dennoch häufiger ein, beispielsweise beim wischen zur Google Now- Seite auf dem Home Screen. Das ist aber Meckern auf einem sehr hohen Niveau. Häufige App-Abstürze oder eine unangenehm hohe Gehäusetemperatur im normalen Alltagsgebrauch sind ebenfalls so gut wie nie vorgekommen. Im Geekbench 4 Benchmark Test erreichte das Gerät einen Wert von 6375 im Multiscore-Bereich. Das ist fast doppelt so schnell wie ein Huawei P20 lite. Und auch hier merken wir wieder, dass es sich um ein Flaggschiff und kein gewöhnliches Mittelklassegerät handelt.

Kamera

Beginnen wir bei der Kamera erstmal mit dem App-Design. Die Kamera App sieht bis auf wenige Abwandlungen, exakt genauso aus, wie die vom Huawei P20 Pro. Das ist nicht zuletzt der identischen UI geschuldet.

In der App finden wir nicht nur die ganz gewöhnlichen Modi, wie Foto, Video Porträt und SlowMo, sondern auch  noch eine Reihe weiterer, wie zum Beispiel den Nachtmodus. Den kann man aber leider vergessen. Die AI schafft es nicht, das wackeln der Hand in der langen Belichtungszeit auszugleichen und so sind die Bilder meist sehr unscharf. Doch kommen wir gleich zum wesentlichen. Aufnahmen mit der Hauptkamera lassen sich als sehenswert beschreiben und zeigen vor Allem unter guten Lichtbedingungen extrem viele Details.

Sehr gut gefällt mir an dem Gerät auch der Porträtmodus. Die Software kann Objekte im Vordergrund klar vom Hintergrund trennen und das sieht letztendlich einfach extrem gut aus.

Interessant ist auch noch die AI Software. Darauf ist Honor sogar so stolz, dass sie es sich gleich auf die Rückseite des Gerätes geschrieben haben. Diesem Euphorismus geben wir zum Teil Recht.

Bilder mit aktivierter AI Funktion wirken zwar schön knallig und satt, jedoch übertreibt es die Software auch manchmal etwas mit den Farben. Seht Ihr bei den Pommes links? hier hat es die Software doch schon etwas übertrieben und so entsteht eine Art Überbelichtung.

Bei Grüntönen und Pflanzen hingegen macht die Software einen ziemlich guten Job, zum Vergleich eine Aufnahme ohne aktivierte AI daneben. Die Farben wirken wesentlich intensiver und ansprechender.

Wir haben jedoch noch ein Problem mit der AI von Honor Schrägstrich Huawei. Nämlich haben wir bei so ziemlich jedem Foto das Gefühl, dass der Beauty Modus aktiviert wäre, auch wenn er komplett aus ist. Bei Normalen Aufnahmen, beispielsweise im Porträtmodus, wirken Gesichter stark weich gezeichnet. Das empfinde ich schon als etwas störend, da ich möchte, dass meine Aufnahme so realitätsgetreu wie möglich bleibt.

Nun kommen wir zu einem Punkt, den wahrscheinlich die meisten von euch bei der Kamera ingteressiert. Wie sieht es mit Aufnahmen bei schlechten Lichtbedingungen bzw. bei Nacht aus ?

Generell lässt sich sagen, dass die Kamera bei Nacht oder generell bei schelchten keine schlechte Perfonce abliefert. Anders als bei Konkurrenten in diesem Preisbereich wirken Aufnahmen bei Dunkelheit wenig verrauscht und sind noch ziemlich gut erkennbar.

Natürlich solltet ihr hier keine Meisterleistung erwarten. Denn wie ich schon erwähnt habe, ist der Nachtmodus nicht sehr gelungen. Das Telefon nimmt mit einer Belichtungszeit von 10 Sekunden auf und soll dadurch hellere Fotos erzielen. Das klappt jedoch überhaupt nicht, anders als bei Huaweis Flagschiff, dem P20 Pro. Kommen wir nun noch zur Frontkamera. Diese löst wie erwähnt mit 24 MP auf. Die Bildqualität würde ich auf jeden fall als gut bezeichnen. Denn auch hier erkennt man viele Details und die Aufnahme wirkt ziemlich scharf.

 

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Honor 10 Features in seiner Preisklasse bietet, wie kaum ein anderes Smartphone. Dinge wie die AI Software, die dezent gehaltene Aussparung im Display oder einfach die Tatsache, dass wir hier einen Fingerabdrucksensor unter dem Display verbaut haben, machen das Gerät einfach einzigartig. Für 400€ sucht man sonst vergeblich nach so viel Leistung für sein Geld. Klar gibt es auch Schwachpunkte, beispielsweise der misslungene Nachtmodus oder der nicht zu 100 Prozent zuverlässige Fingerabdrucksensor. Auch wäre USB 3.0 wünschenswert gewesen. Das Honor 10 ist auf jeden Fall ein Smartphone für Menschen die Premium suchen, aber nicht gleich Premium bezahlen wollen.

Honor 10: Erfahrungen nach einem Monat Nutzung!
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Honneur 10: Erfahrungen nach einem Monat Nutzung! 2018-07-05 12:19:15
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