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Dieser Lautsprecher rockt jede Party: Der Teufel Rockster Air im Test

von Manuel Osswald

Wenn man an Bluetooth-Lautsprecher denkt, fallen einem schnell die üblichen Dosen-förmigen Lautsprecher oder kleinen Boxen ein. Allerdings gibt es auch Einsatzgebiete, bei denen es größerer und lauterer, aber dennoch einigermaßen portabler Lautsprecher bedarf, denen auch ohne externe Stromquelle nicht so schnell die Puste ausgeht. Genau so ein XL-Bluetooth-Lautsprecher ist der Rockster Air von Teufel.
Was der Lautsprecher kann und wie er sich im Alltag schlägt, soll dieser Testbericht aufzeigen.

Beeindruckendes Paket

Dermaßen schwere und massive Pakete erhält man sicher nicht alle Tage: Der Rockster Air wird in einem massiven Karton geliefert und bringt dabei locker 20 Kilogramm auf die Waage. Wenn man sich das Paket so ansieht, könnte man schnell meinen, dass Teufel es mit der Portabilität nicht ganz so ernst genommen hat – das Innere gibt dann aber Aufschluss.
Mit einiges an Styropor umhüllt fällt nach dem Öffnen des Pakets unter einem anderen kleinen Karton sofort der Lautsprecher ins Auge und wirkt plötzlich nicht mehr ganz so groß und schwer wie das gesamte Paket. Zwar bringt der Lautsprecher immer noch ein immenses Gewicht von fast 15 Kilo mit sich, ist aber entschieden kleiner und portabler als das gesamte Paket. Damit man den Lautsprecher dennoch tragen kann, liefert Teufel einen Tragegurt mit, der links und rechts über zwei Schrauben in den Lautsprecher geschraubt werden kann. Auch wenn das Trage-feeling alles andere als bequem ist, ist der Lautsprecher trotzdem recht gut tragbar.

Übliches Rockster-Design mit einer durchschnittlichen Verarbeitung

Wer sich an andere Rockster-Lautsprecher aus der gleichnamigen Serie erinnert, wird hier sicherlich ein Déjà-Vu erleben.
Der Lautsprecher kommt mit einem massiven und kantigen Design daher und erinnert beispielsweise an das des ebenfalls bereits getesteten Rockster XS. Allerdings ist dieses Exemplar hier deutlich größer und anspruchsvoller. Denn im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder bringt der Rockster Air mit einer Maximalhöhe von 46 cm, einer Breite von 38 cm sowie einer Tiefe von 28,5 cm knapp 15 Kilo auf die Waage und ist damit garantiert kein Leichtgewicht mehr.
Das Gehäuse um die vielversprechende Ausstattung ist aus einem matt-lackiertem MDF-Kunststoff gefertigt. Während sich auf der Rückseite sämtliche Anschlüsse und einige Bedienelemente finden, sticht auf der Oberseite der 4-Kanal-Mixer unter einer Plexiglas-Abdeckung ins Auge. Die Vorderseite ziert ein massives Lautsprechergitter mit dem dezenten Teufel-Logo.


Leider wirkt gerade die Abdeckung bei einer etwas genaueren Betrachtung nicht ganz so hochwertig. Zu Beginn der Testphase war sogar ein ständiges Knarzen beim Öffnen und Schließen der Abdeckung zu vernehmen, was sich aber nach drei Tagen seltsamerweise von selbst behob.
Aufgrund des hohen Preises von knapp 600 Euro bei Amazon hätten wir hier etwas mehr erwartet. Es muss aber auch beachtet werden, dass das Gewicht ohnehin schon sehr hoch ausfällt und durch den Einsatz anderer Verarbeitungsmaterialien sicherlich noch etwas zugenommen hätte.
Allerdings hätte man gerade bei einem solch sensiblen Bauteil wie etwa der Abdeckklappe für den 4-Kanal-Mixer, die man ständig beansprucht, etwas mehr erwartet.
Der Mixer selbst ist aber in eingeschaltetem Zustand auch ein beachtliches Design-Merkmal. Leuchten die Ringe um die Regler erst einmal, zieht der Lautsprecher sämtliche neugierige Blicke auf sich.
Zu guter Letzt verspricht Teufel noch eine gute Robustheit gegen Stöße oder Witterung. Tatsächlich macht es dem Lautsprecher überhaupt nichts aus, auf einem feuchten Untergrund zu stehen oder leicht mit Regen konfrontiert zu werden. Ein plötzlicher Wetterumschwung sorgt also keinesfalls für einen Abbruch einer laufenden Party.

Gewaltige Ausstattung

Während man bei portablen Lautsprechern eher auf durchschnittliche Komponenten setzt, spricht Teufel mit dem Rockster Air eine deutlich andere Sprache. Sowohl die verbauten Schallwandlerkomponenten als auch die Anschlussvielfalt begeistern jeden Sound-Fanatiker.
Hinzu kommt, dass sich der Lautsprecher auch auf einem professionellen Stativ aufstellen lässt, was gerade die Beschallung im Freien deutlich erleichtert. Der Eingang für ein entsprechendes Stativ findet sich wie üblich auf der Unterseite des Lautsprechers. Das Stativ liegt dem Rockster Air nicht bei und muss zusätzlich erworben werden.

Enorme Schallwandler-Ausstattung für garantierten Party-Sound

Wenn man den Lautsprecher so sieht, merkt man bereits vor dem Einschalten, dass es gleich richtig zur Sache gehen wird. Denn Teufel verbaut hier hochwertige Komponenten, die man sonst nur im professionellen Bereich vorfindet – und die haben es in sich!
Für ordentliche Bässe sorgt ein stark dimensionierter 250-mm-Tieftöner aus beschichteter Zellulose. Dieser wird durch gleich 4 Bassreflexrohre im Tiefgang unterstützt und ermöglichen eine enorme Bewegungsfreiheit des Subwoofers. Außerdem verwendet der Rockster Air eine Schwingspule, die vor Allem für längere Einsatzzeiten konzipiert wurde. Das Ermüden des Tieftöners ist somit schon einmal ausgeschlossen.
Da es sich bei diesem Lautsprecher um ein 2-Wege-System handelt, entfällt ein dedizierter Mitteltöner. Die Aufgabe des Hochtöners übernimmt ein 25-mm-Hochtonhorn. Damit lassen sich einerseits enorme Schallpegel erreichen. Andererseits kommt der Einsatz eines solchen Töners aber auch dem Abstrahlverhalten zu Gute.
Anders als bei üblichen Kalotten-Hochtönern lässt sich das Abstrahlverhalten durch einen Hornvorsatz nämlich deutlich präzisieren, wodurch hohe Lautstärken auf größere Distanzen kein Problem darstellen.
Das 1.1-System deckt mit diesen Komponenten einen Frequenzbereich von 50 bis 20.000 Hz ab. Durch die Bassreflex-Bauweise hängt dies aber auch von den akustischen Raumbedingungen ab.
Beispielsweise lässt sich in einem geschlossenen Raum deutlich mehr Tiefbass vernehmen, als es etwa im Freien der Fall ist. Dennoch schafft es Teufel, selbst im Freien eine starke Bass-Präzision auch über weitere Distanzen hinweg zu erzielen.

Anschlussvielfalt für hohe Flexibilität

Neben den professionellen Lautsprecher-Komponenten kommt auch die Anschlussvielfalt und die damit einhergehende Flexibilität nicht zu kurz.
Auf der Rückseite des Gehäuses findet man nämlich alles, was das Party-Herz begehrt.
Zu einer 3,5mm- sowie 6,3mm-Klinkennbuchse gesellen sich noch zwei professionelle XLR-Eingänge.
Über den Mikrofon-XLR-Eingang lassen sich etwa Mikrofone mit dem Lautsprecher verbinden. Die andere XLR-Buchse lässt hingegen ein Stereo—Setup aus zwei Rockster Air, oder einem Rockster Air und einem großen Rockster zu. Die Einstellungsmöglichkeit des zu spielenden Kanals bei einem Stereo-Setup findet sich unter dem besagten Anschluss.
Mit diesem kleinen Schiebe-Schalter lässt sich festlegen, ob der Lautsprecher den linken oder den rechten Kanal spielen soll. Ist kein Stereo—Setup vorhanden, sollte man diesen Switch in der Mitte auf „Mono“ belassen.
Äquivalent verhält es sich mit dem Mikrofon-XLR-Eingang. Der zu verwendende Modus lässt sich mit einem Schiebeschalter unterhalb des besagten Eingangs festlegen.
Da Teufel für den Lautsprecher aber nicht nur eine Audioübertragung per Kabel vorsieht und den Lautsprecher auch als XL-Bluetooth-Speaker bewirbt, darf Bluetooth natürlich nicht fehlen.
Zum Einsatz kommt leider noch nicht das neue Bluetooth 5, sondern nach wie vor Bluetooth 4.0. Darüber hinaus wird neben A2DP auch APT-X für die Übertragung in CD-Qualität unterstützt.

4-Kanal-Mixer macht ein externes Mischpult überflüssig

Damit man all diese Quellen auch zusammen mischen kann, befindet sich unter bereits besagter Plexiglasabdeckung das kleine integrierte Mischpult.
Neben dem großen Master-Regler, der zugleich das Ein- und Ausschalten bei einem längeren Druck übernimmt, befinden sich Bass- und Treble-Regler, um den Klang zu individualisieren.
Oberhalb sind die vier Regler für die Eingangsquellen angebracht und können im Gain angepasst werden.
Somit steht beispielsweise einer geplanten Karaoke-Party nichts mehr im Wege. Man verbindet einfach ein Mikrofon und eine andere Audioquelle und balanciert den Gain der Quellen mit dem Master-Volume entsprechend aus.
Außerdem entfällt damit auch das vom Rockster XS bekannte AVRCP-Profil für Bluetooth, was beispielsweise die Lautstärke-Synchronisation mit dem Smartphone ermöglicht. Dieses würde hier aber auch keinen Sinn ergeben, da der Master-Volume nicht nur die Bluetooth-Lautstärke, sondern alle Lautstärken festlegt.
Die Balance zwischen dem Gain und dem Master-Volume sollte also vorher getroffen werden.

 

Hochleistungs-Akku für bis zu 30 Stunden Akkulaufzeit

Damit der mobilen Party aber wirklich nichts mehr im Wege steht, bedarf es natürlich eines entsprechenden Akkus.
Auch bei dieser Komponente hat Teufel nicht gespart, denn zum Einsatz kommt nichts geringeres als ein professioneller AGM-Vlies-Akku, der bei normalen Lautstärken bis zu 30 Stunden Betriebsdauer garantiert.
Erhöht man die Lautstärke aber, fällt die Laufzeit auf bis zu 6 Stunden ab, was dennoch beachtlich ist.
Ebenso wichtig ist die Wartungsfreiheit des Akkus. Der Nutzer braucht sich also keine Gedanken um die Lebensdauer des Akkus machen. Bei einer Ladung von 25% sollte man den Akku dennoch nachladen, um Tiefentladung vorzubeugen.
Damit man die Akkuladung überprüfen kann, befinden sich auf der Rückseite 4 LEDs, sowie die Batteriestatus-Taste. Ein simpler Druck im Akkubetrieb lässt die LEDs entsprechend der noch zur Verfügung stehenden Ladung aufleuchten.
Geladen wird der Akku über das mitgelieferte Stromkabel, welches auf der Rückseite eingesteckt wird. Nach knapp 7 Stunden war der Akku wieder mit frischer Ladung gefüllt.
Dadurch ist der Lautsprecher an frei wählbaren Orten einsetzbar und spielt auch gute 6 Stunden bei voller Lautstärke ohne externe Stromquelle.

Powerbank gibt dem Smartphone wieder Kraft

Teufel reicht ein simpler Akku aber nicht aus. Denn wo ein Akku ist, darf natürlich heutzutage auch eine Powerbank-Funktion nicht fehlen. Diese Funktion erfüllt der ebenfalls auf der Rückseite angebrachte USB-A-Anschluss.
Dadurch kann etwa ein Smartphone wieder mit frischer Lebensenergie versorgt werden.

Enorme Klanglast beschallt jede Party

So beeindruckend wie die technischen Daten ist aber auch der Klang selbst. Der Rockster Air überzeugt hier vor allem durch seine etwas prägnante Bass-Wiedergabe sowie die präzisierten Höhen und die extreme Lautstärke. Möchte man etwas weniger oder mehr Bässe bzw. Höhen, kann dies problemlos über den 2-Band-Equalizer eingestellt werden. Bei voller Bass- und Höhen-Einstellung wird der Lautsprecher jedoch bei höheren Lautstärken etwas unkontrolliert. Dies macht sich durch ein eigenartiges Flattern im Bassbereich und durch ein Knirschen des Hochtöners bemerkbar. Da Teufel vor allem den Tieftöner mit der exzellenten Schwingspule hervorhebt, dürfte dieser Effekt selbst bei bass-lastiger Klangeinstellung nicht auftreten. Beim Hochtöner hingegen erzeugt ein volles Aufdrehen ohnehin eine starke Überspitzung der Höhen, was ohne Ohrstöpsel bei enormen Lautstärken kaum auszuhalten ist. Daher sollten gerade die Höhen nicht voll aufgedreht werden.
Werden alle Regler aber auf die neutrale Position eingestellt, ist keine derartige Verzerrung im Bass- oder Hochton-Bereich mehr zu vernehmen und die Lautstärke kann beliebig weit angehoben werden.
Ab beachtlichen 112 DB ist für die Rockerbraut dann aber das Maximum erreicht und der Lautsprecher macht seinem Namen alle Ehre. Wird in einem geschlossenen Raum von etwa 50 qm Größe der Lautsprecher bis an den Anschlag aufgedreht, zittern auch noch die drei Wohnungen über dem Zimmer mit. Im Zimmer selbst ist indes nur noch ein Gespräch möglich, wenn man sich direkt ins Ohr brüllt. Dazu drückt der Bass ordentlich und bringt Party-Feeling pur in jede Ecke. Eine fette Indoor-Party meistert der Rockster Air daher mit Bravour.
Beeindruckenderweise konnte der Lautsprecher aber selbst auf einem freien Feld in bis zu 50 m Entfernung ein normales Gespräch unmöglich machen und forderte die Menge zum Tanzen auf, auch wenn der Bass nicht die Stärke wie in einem geschlossenen Raum aufweist. Ermöglicht wird dies durch das Horn, das hier besonders gute Arbeit leistet, da die Lautstärke selbst auf so eine große Distanz nicht stark absank.
Der Rockster Air kann also problemlos auch für eine Outdoor-Party eingesetzt werden, wofür auch die Robustheit spricht.

Fazit: Lohnt sich ein Kauf der Partymaschine?

Der Rockster Air macht seinem Namen alle Ehre. Neben dem enormen Party-Sound machen die hohe Flexibilität, die Ungebundenheit durch den Akku sowie die Ausstattung an sich den Lautsprecher zum perfekten Begleiter für jede Party. Dabei rockt der Lautsprecher jeden Winkel und ist für all diejenigen zu empfehlen, die mehr wollen, als einen kleinen Bluetooth-Lautsprecher für die normale Beschallung zwischendurch. Lediglich bei angehobenen Bässen sollte Teufel noch schrauben, damit auch bei voll aufgedrehtem Bass keine Verzerrungen auftreten.
Ansonsten macht man mit dem Kauf dieses Lautsprechers alles richtig und rüstet sich damit perfekt für die nächste Party.

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