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Bunt = Besser? Das Xiaomi Mi Band 4 im Test

von Nils Ahrensmeier

Die Mi Band Reihe ist eine der erfolgreichsten Marken von dem chinesischen Hersteller Xiaomi und dafür bekannt, einen günstigen und Preis/Leistungs starken Einstieg in die Welt der Fitness-Tracker zu liefern. Die Vorgänger, aber vor allem das “Mi Band 3”, waren große Verkaufsschlager und bewiesen bereits, dass Xiaomi gute Fitness-Tracker bauen kann. Deswegen waren unsere Erwartungen an das “Mi Band 4” sehr groß. Ob es Xiaomi geschafft hat, nochmals einen draufzusetzen und wo die Stärken und Schwächen des Fitness-Trackers liegen, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

 

Vielen Dank an “TradingShenzhen”, die uns freundlicherweise das Mi Band 4 zum Testen zur Verfügung gestellt haben. Wenn ihr das Mi Band 4 kaufen wollt oder an anderen China-Produkten interessiert seid, könnt ihr gerne dort vorbeischauen. Natürlich wird aber trotzdem nur unsere eigene Meinung in diesem Testbericht wiedergegeben werden.

 

Lieferumfang und Einrichtung:

Wie gewohnt kam das Xiaomi Mi Band 4 in einem sehr spartanischen Lieferumfang zu uns. Neben dem Fitness-Tracker selbst lagen nur die Ladeschale und eine Bedienungsanleitung (auch mit einem deutschen Teil) bei.

Der Lieferumfang des Mi Band 4

 

Die Einrichtung verlief problemlos. Das Mi Band war mit ca 25 % aufgeladen und musste nur in der “Mi Fit“ App gekoppelt werden. Dort kann man auch alle Einstellungen am Mi Band 4 vornehmen und auch verschiedene Fitnessprogramme wie Radfahren, Laufen oder Gehen starten. Nach der Kopplung wurde ein Update auf das Mi Band gespielt. Insgesamt habe ich drei Updates in der 2-wöchigen Testphase (Eine Akkulaufzeit) erhalten.

 

Schauen wir uns nun einmal die Spezifikationen des Mi Band 4 an.

DisplaytypAMOLED
Displaydiagonale:0.95 Zoll
Displayauflösung: 120 x 240 Pixel RGB
Displayhelligkeit:400 nit
Bluetooth:Bluetooth 5.0 BLE
Akku:135 mAh (bis zu 20 Tage)
Ladezeit:Unter 2h
SensorenBewegungs- und Lagesensor, Herzfrequenzmesser
Gewicht:22g
Wasserschutz:5ATM (Wasserdicht bis 50 Meter)

Verarbeitung und Funktionen:

Das Mi Band 4 wirkt von der Verarbeitung sehr hochwertig und sitzt wie gewohnt in einem TPU-Armband (Thermoplastisches Polyurethan). Das Mi Band 4 ist auch mit allen Armbändern vom Mi Band 3 kompatibel, was den Umstieg von einem Mi Band 3 auf das Mi Band 4 erheblich erleichtert.

Der Tracker selbst ist circa 4,7 cm lang, 1,8 cm breit und 1,2 cm hoch und wiegt mit 22,1 g etwas mehr als das Mi Band 3. Das größte Update hat wohl das Display bekommen. Dieses zeigt jetzt Farben an, ist 0,95 Zoll groß und hat ein AMOLED Display mit einer Auflösung von 120 x 240 Pixeln und einer Farbtiefe von 24 Bit. Sonst hat sich nicht wirklich viel optisch verändert. Unter dem Display sitzt zur Navigation ein On-Screen-Button, auf der Unterseite befindet sich immer noch der optische Pulssensor und nun auch die zwei Ladepins. Der Tracker selbst muss aber zum Laden aus dem Band genommen werden.

 

Das Mi Band 4 verfügt über einen 3-Achsen-Beschleunigungssensor, ein 3-Achsen-Gyroskop, einen kapazitiven Näherungssensor sowie den optischen Pulsensor und bietet somit alle typischen Fitness Tracker-Features wie 24 h Pulsmessung, Schrittzähler, Schlaftracking, Sport-Tracking, App-, Anrufs- und SMS-Benachrichtigungen, Timer, Stoppuhr , Wecker, Wetter, Night-Mode, und DnD (Do not Disturb). Neu sind aber die Musiksteuerung sowie nun auch austauschbare Watchfaces. Die Verbindung mit dem Smartphone wird über den neuen Bluetooth 5.0 BLE Standard hergestellt.

 

Neben dem Display ist aber auch die Schwimmerkennung eine der großen Neuerungen. Der Tracker ist nun auch 5 Atm/50 Meter wasserdicht, womit auch geschwommen werden kann. Der Akku ist von 110 auf 135 mAh gewachsen, was aber wegen dem neuen Farbdisplay keine Verbesserung in der Laufzeit darstellt, Trotzdessem soll der Akku immer noch bis zu 20 Tagen halten. Zum Akku gibt es aber später noch mehr.

 

Display:

Das Display ist wirklich die stärkste Neuerung. Das 0,95 Zoll große AMOLED-Display ist ein großes und sinnvolles Upgrade im Vergleich zum Vorgänger. Das Display kann in 5 Helligkeitsstufen eingestellt werden, diese machen vor allem in den Stufen 4 und 5 das Display so schön hell, dass man das Mi Band 4 problemlos auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesen kann.

Auch die Farben sind dank des AMOLED-Displays richtig schön kräftig und machen einen wirklich guten Eindruck. Das Display reagiert auch fehlerfrei auf jegliche Eingaben und kann diese auch jederzeit flüssig umsetzen. Der On-Screen-Button tut dies ebenfalls und sorgt für eine sehr gute Performance. Anfangs funktionierte das „Anheben zur Display Aktivierung“s Feature leider unzuverlässig, was vor allem beim Fahrradfahren  wirklich störend war. Dieses wurde aber über die Updates verbessert. Dies war aber nur ein kleiner Kritikpunkt. Ansonsten ist das Display wirklich das Highlight des Mi Band 4.

 

Betriebssystem & App

Das Betriebssystem ist eine Eigenentwicklung von Xiaomi, welches wirklich sehr intuitiv und „idiotensicher“ ist. Vom individuell anpassbaren Startbildschirm kommt man mit einem vertikalen Swipe nach oben zu den Menüpunkten: Status, Puls, Training, Wetter, Benachrichtigungen und Mehr. In “Mehr“ gibt es wiederum die Unterpunkte BNS( Bitte nicht stören), Wecker, Musik, Stopuhr, Timer, Handyort, Stumm, Anzeige und Einstellungen. Die Reihenfolge lässt sich auch individuell in der Mi Fit App anpassen.Mit einem horizontalen Swipe vom Hauptbildschirm nach links, gelangt man direkt zur Music-Funktion. 

Von dort aus kann man die Lautstärke der Musik einstellen und den Titel nach vorne oder zurück wechseln. Dies funktioniert mit jeder Musik-App die ich getestet habe wie z.B Spotify, Napster oder die im System eingebaute Musik-App. Laut anderen Nutzern auf Twitter funktioniert dies sogar mit IOS. Durch das bessere Display sieht aber auch alles viel schöner aus, als bei den Vorgängern. Durch Bluetooth 5.0 BLE lief mit meinem Moto G6 Plus auch die Verbindung zur Mi Fit App problemlos und auch die Wiederverbindung (wenn man mit dem Band außer Reichweite war) lief super.

Die Mi Fit App hat auch ein wirklich schickes Design. Leider gibt es in der App Werbung, welche aber sehr unauffällig platziert wurde. Auch mit dem Datenschutz soll die App es nicht auch nicht so genau nehmen. Dort kann man auch die Einstellungen zu den App, Anruf und SMS Benachrichtigungen treffen, nachdem man der App die benötigten Berechtigungen gegeben hat. Diese Benachrichtigungen funktionieren sehr gut, allerdings werden die Smileys weiterhin als Fragezeichen dargestellt. Antworten auf z.B WhatsApp Nachrichten ist leider auch nicht möglich. Ebenfalls lassen sich die Zeitspannen für z.B die Pulsmessung oder dem Nachtmodus einstellen.

Neu ist eine Funktion, womit man sich eigene Vibrationsmuster erstellen kann und diese dann einer Benachrichtigungs-Kategorie oder einem Wecker zuordnen kann. Das funktioniert richtig gut und macht auch Spaß zu benutzen. Ebenfalls neu ist die “Bandsperren” Funktion, die sich gerade noch im “Labor“ befindet. Diese erkennt, wann das Band abgenommen wird und sperrt dann automatisch den Tracker mit einem vorher festgelegten 4-stelligen Code von 1-4, womit man das Band für andere quasi unbrauchbar macht. 

Der Schrittzähler, das Schlaftracking und die Pulsmessung funktionieren gut und geben wirklich interessante Einblicke in den eigenen Tagesablauf. Nun, dass sind ja die Punkte, warum man sich einen Fitnesstracker zulegen möchte. Schon jetzt ist für uns klar: „Das Mi Band 4 hat hier die Messlatte im Bereich Preis/Leistung wieder nach ganz oben aufgestellt und die Konkurrenten wie das Honor Band 5 werden sich wieder einem Kampf gegen dem Mi Band 4 stellen müssen“.

Das Tracking:

Ich bin in meiner Testzeit vor allem Fahrrad gefahren, habe das Schwimm-Tracking und das “Gehen” Tracking ausprobiert und habe mich mit dem Schlaf-Tracking befasst. Dabei sind leider zwei der Fahrrad-Trainingseinheiten verloren gegangen. Jedoch haben die synchronisierten Einheiten ein wirklich sehr gutes Tracking gehabt und einem ein wirklich guten Überblick geboten.

Das Schwimm-Tracking

Ich habe für euch auch ein paar Bahnen gezogen und haben dabei auch das Schwimm-Tracking getestet. Als erstes wählt man auf dem Mi Band die Bahnlänge aus. Dort kann man entweder zwischen 25m, 50m oder individuell entscheiden. Dann sperrt das Mi Band automatisch das Display, damit sich die Einheit nicht von selbst beendet und schon kann es losgehen. Bei uns hat das Tracking wirklich gut geklappt allerdings wurden bei 1-2 Bahnen ein paar Meter vergessen. Das Schwimm-Tracking zieht aber leider richtig viel Akku. Ich habe nach den 50 Minuten 6 Prozent weniger gehabt! Trotz dessen ist das Schwimm-Tracking für uns ein wirklich gutes und gelungenes neues Feature.

Das Fahrrad-Tracking

Das Fahrrad-Tracking habe ich am meisten genutzt. Dieses kann entweder über die MiFit-App oder über das Band selbst gestartet werden. Das GPS-Signal wird über das Smartphone empfangen, ohne Smartphone würde das Tracking also nur halb so genau werden. Das Band misst bei der Einheit dann den Puls, die Geschwindigkeit und sagt euch jeden Kilometer bescheid, wie lange ihr für den Kilometer gebraucht habt und wie schnell ihr dabei wart. Das Fahrrad-Tracking ist zwar nichts neues, funktioniert aber wirklich gut.

Das Schlaf-Tracking

Ein weiteres nettes Feature ist das Schlaf-Tracking. Dieses trackt wann ihr eingeschlafen seid und wie lange ihr im Tiefschlaf und Leichtschlaf verbracht habt. Durch diese verschiedenen Werte wird dann eine Schlafpunktzahl errechnet und diese mit allen Nutzern verglichen. Die App vergleicht über längere Zeit eure Schlafregelmäßigkeiten und gibt euch Tipps wie ihr euren Schlaf verbessern könnt. Leider wird dieses Feature nach einigen Tagen langweilig, ist aber trotzdem nice-to-have. Hier würde ich mir aber beim Mi Band 5 ein Upgrade wünschen.

Akku:

Der Akku hat sich ja beim Mi Band 4 von 110 mAh auf 135 mAh gesteigert und soll damit wie der Vorgänger bis zu 20 Tage halten. Ich habe die Helligkeit auf Stufe 4, die Puls-Messung auf Auto. Pulserkennung & Schlafassisten, App und Anrufbenachrichtigungen und die Puls-Erkennungsfrequenz auf 5 Minuten gehabt. Dabei bin ich auf eine Akkulaufzeit von 13 Tagen gekommen. Ich habe auch wirklich viel mit dem Tracker rum gespielt und zusammen mehrere Stunden meine Trackings wie Fahrrad, Gehen und Schwimmen gehabt. Wenn man weniger Tracking, weniger rumspielt und die ein oder andere Einstellung runtersetzt, kann man hier also sehr realistisch in Richtung 20 Tage, wie von Xiaomi angepriesen kommen. Zum Laden muss der Tracker aus dem Armband entnommen werden und kann dann in der mitgelieferten Ladeschale geladen werden. Ein vollständiger Ladevorgang ist in knapp unter zwei Stunden abgeschlossen.

 

Preis und Verfügbarkeit:

 Die Preise waren am Anfang natürlich sehr hoch, da sehr viele das Mi Band haben wollten und es erstmal Importiert werden musste. Das hat sich aber in der Zeit schon gelegt und von 29€ bei Aliexpress, dafür eine lange Lieferzeit, bis 43€ bei TradingShenzhen mit einer Lieferzeit von 2 Tagen ist schon alles dabei. In China ist der Fitness-Tracker bereits für 21 € zu haben und die Importhändler können ihn dort für 26 € erwerben. Wir gehen aber davon aus, dass sich der Preis auch in Zukunft in die Richtung entwickeln wird.

Das Mi Band 4 gibt es auch wieder in einer chinesischen und einer globalen Version. Die chinesische Version unterstützt nach dem Update genauso wie die Globale Version Chinesisch,Englisch und nun auch Deutsch. In China gibt es auch eine NFC Version. Diese hat auch noch ein Mikrofon für einen chinesischen Sprachassistenten eingebaut. Das NFC funktioniert aber nur mit Alipay, deswegen ist diese Version für den europäischen Markt sehr uninteressant. Wir haben in unserem Test von TradingShenzhen die Globale Version bekommen, welches nun auch die Deutsche Sprache erhalten hat. Die Chinesische Version hat aber kein “CE” kennzeichnen. Wer also sicher gehen will sollte sich lieber die Globale Version kaufen. 

Fazit:

Machen wir es kurz. Das Xiaomi Mi Band 4 ist ein sehr guter Fitness-Tracker und kann seinen Vorgänger erneut übertreffen. Das neue AMOLED-Display ist ein richtiger Hingucker und das schicke Design, die super Verarbeitung und die Tracking-Features setzen deswegen für den Preis hier neue Maßstäbe, wo sich die anderen Fitness-Tracker erstmal daran messen müssen. Die besten Neuerungen sind das Farbdisplay, der Schwimm-Modus und die Musiksteuerung, welches das Fitness-Armband noch Smarter und ausgereifter wirken lassen. Die Akkulaufzeit bleibt trotz den neuen Features stabil und wir können für den Preis hier eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen. Unserer Meinung lohnt sich sogar ein Upgrade von Mi Band 3.

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