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Büro-PC für 35€? – Der Raspberry Pi 4 im Test

von Nils Ahrensmeier

Der Raspberry Pi 4 ist die neueste Version der Raspberry-Reihe. Diese sind sehr dafür bekannt, dass sie für DIY (Do it yourself) Projekte gut geeignet sind. Als wir die technischen Werte des neuen Raspberry Pi 4 gesehen haben, haben wir uns gefragt: Sind die das überhaupt noch oder ist das schon ein kleiner Büro-PC? Das werden wir in diesem Testbericht klären.

 

Vielen Dank an BuyZero.de, die uns den neuen Raspberry Pi 4 zur Verfügung gestellt haben. Wenn ihr den neuen Raspberry Pi oder andere DIY Produkte wie Arduino kaufen wollt, könnt ihr dort gerne vorbeischauen. Trotzdem wird in diesem Artikel nur unsere eigene Meinung vertreten sein.

 

Lieferumfang:

Der Raspberry Pi 4 kam bei uns mit einem sehr großzügigen Lieferumfang an. Neben den Hauptcomputer lag noch ein USB-Typ C Netzteil, ein micro-HDMI auf Fullsize-HDMI und eine 32 GB microSD Karte bei. Dies wirkt alles sehr hochwertig ,der Computer ist schon ein wirklicher Hingucker.

 

Die Hardware des Raspberry Pi 4 B

Prozessor:Broadcom BCM2711B0 quad-core A72 (ARMv8-A) 64-bit @ 1.5GHz
GPU:Broadcom VideoCore VI
WLAN-Modul:2.4 GHz und 5 GHz 802.11b/g/n/ac wireless LAN (WLAN 5)
RAM:1 GB, 2 GB oder 4 GB LPDDR4 SDRAM
Bluetooth: Bluetooth 5.0, Bluetooth Low Energy (BLE)
GPIO:40 Pins
Speicher:microSD
Eingänge:2 x microHDMI 2.0, 2 x USB 3.0 2 x USB 2.0 1 x 3,5 mm 1 x Gigabit Ethernet 1 x CSI (Camera Serial Interface) 1 x DSI (Display Serial Interface)
Gesamt-größe
in mm
93,0 mm x 63,5 mm x 20,0 mm

 

Der Raspberry Pi 4 macht für uns einen riesigen Sprung in Sachen Leistung zum Vorgänger. Der Prozessor ist nun dreimal so schnell wie der Vorgänger und das merkt man! Raspbian (Eine optimierte Linux Debian Version für die Hardware vom Pi) läuft auf dem Pi sehr flüssig und auch die vorinstallierte Chromium Version macht, was es soll. Wir haben die 1 GB RAM Version bekommen und konnten deswegen die Leistung von Chromium nicht komplett ausreizen, aber zum einfachen Surfen, reicht es auf jeden Fall.

Wenn wir schon beim RAM sind, dieser kommt in der einfachsten Version mit 1 GB nun aber mit LPDDR4 anstatt LPDDR2. Es gibt zwar auch eine 2 GB und 4 GB Version, diese ist zurzeit aber sehr schwer zu erwerben. Der RAM hat trotzdem einen riesigen Sprung gemacht und macht den RP für viel mehr Kreative interessant, die nun ihre Projekte damit realisieren können. Zum YouTube gucken, ist die 1 GB RAM Version aber definitiv nicht geeignet.

 

Die Anschlüsse

 

Die Anschlüsse sind definitiv endlich auch in 2019 angekommen! Endlich USB C als Stromanschluss! Auch der Ethernet-Anschluss hat ein super Upgrade bekommen. Verbaut ist ein Gigabit Anschluss, was alle die den Raspberry Pi zum Beispiel als Mini-Server benutzen wollen, sehr freuen dürfte. Von den USB-Anschlüssen haben leider nur zwei ein Upgrade auf USB 3.0 erhalten, das dürfe aber trotzdem ausreichen. Es gibt nun anstatt einen Full-Size HDMI Anschluss gleich zwei HDMI Anschlüsse, diese sind dann aber micro-HDMI und sollen theoretisch 4K unterstützen.

Theoretisch… wir haben dies in Raspbian ausprobiert und na ja es liefert 4K, aber dieses läuft echt nicht flüssig. Es scheint aber noch ein Software Problem zu sein: Wir empfehlen lieber solange auf Full HD zu bleiben, bis diese Probleme behoben wurden. Bei Media Playern scheint dies aber durch andere Decoder besser zu laufen. Ein weiteres großes Upgrade gab es auch beim Bluetooth Modul. Dieses unterstützt nun Bluetooth 5.0, womit man eine höhere Reichweite, schnellere Reaktionen und besseren Sound erreichen kann. Ein 3,5 mm Klinke Anschluss ist nach wie vor auch noch vorhanden. Der Raspberry Pi 4 hat aber auch wieder die 40 GPIO Pins, die auch wieder Abwärtskompatibel für die Add-ons sind.

 

Was kann man nun wirklich damit machen?

Das Schöne am Raspberry Pi ist wirklich, dass man mit diesem Mini-Computer sehr viel, vor allem kleinere Projekte umsetzten kann. Wir haben uns zum Beispiel einen eigenen Icecast-Server zum Testen aufgesetzt, um überall eine Playlist unserer Musik abspielen zu können. Wer will, kann aber auch den Raspberry Pi zu einem Google Home oder Amazon Echo umbauen. Der Kreativität werden nun durch die verbesserte Hardware und besseren Anschlüsse/Module noch weniger Grenzen gesetzt. Der Raspberry Pi kann endlich besser als TV-Box genutzt werden, da hier vom 4K Support profitiert wird oder durch den zusätzlichen RAM und den schnelleren Prozessor zum Retro-Gaming benutzt werden.

Schwächen

Leider sind so früh zum Marktstart noch keine Images verfügbar, weshalb wir Retro Gaming und Mediaplayer leider noch nicht Testen konnten. Die Software ist im Moment auch nicht wirklich angepasst. In Chromium und im VLC Mediaplayer läuft das 4K noch nicht wirklich gut. Das Betriebssystem hat auch noch ein paar Macken. Abwärtskompatibilität hin oder her wir hoffen, dass wenn der Prozessor schon 64 Bit unterstützt, dieses auch bald in Raspbian eingebaut wird. Dies sind zum Glück alles nur Software Fehler und wir hoffen, dass diese in naher Zukunft behoben werden.

 

Fazit:

Der Raspberry Pi 4 ist genau das Upgrade, was sich viele Raspberry Fans gewünscht haben. Trotz dessen, dass der Preis für das Standardmodell gleichgeblieben ist, hat es die Raspberry Foundation hier geschafft, den Mini-PC in fast allen Belangen zu upgraden. Der schnellere Prozessor macht sich hier wirklich bemerkbar und auch der RAM bringt selbst mit 1 GB bei mir für den Preis eine gute Leistung. Im Moment schwächelt noch zum Teil die Software aber sobald diese Probleme behoben  wurden, kann der Raspberry Pi 4 ein richtiger Volltreffer für viele werden.

Sobald dann auch die Images für die zahlreichen Emulatoren und Media Player erscheinen, werden dann auch bei uns weitere Praxistestberichte erscheinen. Ist der Raspberry Pi 4 nun eine Büro-PC alternative? Jein. Die 4 GB RAM Version wird wirklich sehr nah an eine Desktop alternative drankommen, aber die bisher nur in 32 Bit erhältliche Software bremst den Computer derzeit noch ein bisschen ab.

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