BQ Aquaris V im Test – Was steckt im Einsteiger aus Spanien?

Das BQ Aquaris V ist ein Einsteiger-Smartphone des spanischen Herstellers BQ und erschien im Oktober 2017. Mit einem aktuellen Preis von 149€ auf Amazon siedelt sich das Gerät im mittleren bis unteren Preissegment an. Das Gerät ist in den Farben Schwarz und Gold erhältlich, sowie in den Speichervarianten 16/32GB ROM und 2/3GB RAM. Die erweiterte Version schlägt mit einem Aufpreis von 50 Euro zu Buche. Erweiterbar ist auch der interne Speicher des Gerätes. Bis auf 256GB könnt Ihr den Speicher über eine MicroSD erweitern. Das Gerät ist nach IP52 Spritzwasser geschützt. Macht euch also keine Sorgen, falls Ihr mit diesem Telefon mal in einen Regenguss kommt. Mit einem Gewicht von 165 Gramm liegt das Gerät angenehm schwer und wertig in der Hand, auch während des Tests fiel dies zu keinem Zeitpunkt negativ oder störend auf.

Die Front

Das Aussehen des BQ Aquaris V ist zumindest von vorn ziemlich unspektakulär. Hier haben wir ein  5,2 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 720 x 1.280 Pixeln. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 282 ppi. Anders als bei aktuellen Flaggschiffen ist das Display im 16:9 Format. Das Gerät wirkt dadurch breiter und die meisten Videos, beispielsweise auf Youtube, werden displaydeckend angezeigt. Außerdem wird das Gerät nicht über Onscreen-Tasten bedient. BQ setzt bei diesem Gerät auf touch sensitive Tasten unterhalb des Displays. Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Front, entdecken wir anstatt der üblichen Home-, Zurück- und Multitasking-Symbole seltsame Punkte. „Zurück“ und „Multitasking“ sind mit jeweils einem Punkt dargestellt, der Home-Button weicht 5 Punkten, die in einem Halbkreis angeordnet sind. Im ersten Moment wirkte das ziemlich gewöhnungsbedürftig. Optionen, die nicht definierten Tasten frei zu belegen, konnten wir nicht finden. Somit hätte dieses Design durchaus Sinn ergeben. Wenn wir den Blick in Richtung Hörmuschel schweifen lassen, finden wir die Frontkamera. Diese löst mit 8,0 Megapixeln auf. Direkt daneben finden wir eine LED, dazu jedoch später mehr. Bis auf besagte Hörmuschel, eine Benachrichtigungs-LED und einem Annäherungssensor, gibt es keine weiteren Komponenten auf der Frontseite.

 

Tasten, In/Outputs

Auf der Unterseite des Gerätes finden wir die Ladebuchse in Micro-USB-Ausführung – Leider kein USB Typ C, schade. Direkt daneben befindet sich ein Mono-Lautsprecher. Dieser ist ausreichend laut und weist keine Verzerrungen oder Störgeräusche auf. An die Qualität eines Samsung Galaxy S8 reicht es jedoch nicht heran, denn der Ton klingt bei gesteigerter Lautstärke etwas blechern. Störend fiel uns auch der Vibrationsmotor auf. Beim Druck auf die Softkeys ist das Vibrationsfeedback etwas schwammig und undefiniert. Auf der Oberseite des Gerätes haben wir einen 3,5 mm Klinkenanschluss, was sehr erfreulich ist, da immer mehr Hersteller darauf verzichten, um Platz einzusparen. Powerbutton und die Lautstärkewippe befinden sich auf der rechten Seite und sind genau richtig platziert. Auch Druckpunkte und Verarbeitung der Tasten liegen auf einem hohen Niveau.

Rückseite und Verarbeitung

Nun kommen wir zum wirklich gelungenem Teil in Punkto Schönheit des Gerätes, nämlich der Rückseite. Dort entdecken wir die Hauptkamera, den LED-Blitz, einen Fingerabdrucksensor und das BQ-Logo. Die Hauptkamera hat eine Auflösung von 12,2 Megapixeln und nimmt Videos mit bis zu einer Auflösung von 1920x1080p bei 30fps auf. Hierzu später noch mehr. Das Gerät kommt in mattem Aluminium daher und fühlt sich wirklich sehr griffig und hochwertig an. Abgerundet wird die schicke Seite durch das ins Gehäuse eingelassene BQ-Logo, welches in Hochglanzoptik erstrahlt. Die Performance des Fingerabdrucksensors lässt sich als durchschnittlich bis gut bezeichnen. Legt man seinen Finger auf, bekommt man bei erfolgreicher Erkennung ein Vibrationsfeedback. Dieses Feedback erfolgt sehr fix, deshalb gehe ich davon aus, dass der Sensor an sich sehr gute Arbeit leistet, nur dauert es einen Moment, bis dann auch das Display aufleuchtet. Alternativ haben wir hier nur die Möglichkeit, das Gerät über PIN oder Muster zu entsperren, eine Gesichtserkennung suchten wir leider vergeblich.

 

Performance und Schnelligkeit

Im Gerät haben wir den Qualcomm Snapdragon 435 verbaut, einen in dieser Preisklasse typischen Octa-Core-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 1,4GHz. Unserer Meinung nach ist die Schnelligkeit des Gerätes dem Preis durchaus angemessen. Soll heißen, erwartet hier nicht die Schnelligkeit eines Samsung Galaxy S8 oder Oneplus 5T. Wer jedoch keine sehr hohen Ansprüche an ein Telefon hat, ist hier wirklich gut aufgehoben. Im Vergleich zum S8 von Samsung dauert beispielsweise das Öffnen der Kamera locker mal eine halbe Sekunde länger. Auch beim erstmaligen Öffnen anderer Apps, wie dem Playstore, Google Maps oder der Bildergalerie müsst ihr mit Gedenksekunden rechnen. Im Alltag wird sich dieser Unterschied zwar nicht sehr stark bemerkbar machen. Jedoch werden Menschen, die mit hochpreisigeren Geräten zutun haben, hier einen Unterschied spüren. Die Menüführung ist dank der schlanken Android UI jedoch flüssig und angenehm schnell.

Benchmark-Werte

Im „Geekbench 4 Benchmark“-Test erreichte das Gerät einen Multicore Score von 2436 Punkten. Damit liegt die Schnelligkeit des Prozessors immerhin nur knapp hinter der eines LG G4 aus dem Jahre 2015. Bei der Single Core-Messung, also der Leistung eines einzelnen Kerns, erreichte das Gerät einen Score von 651 Punkten. Somit positioniert sich das Gerät hier sogar vor dem Samsung Galaxy S5, einem Flaggschiff aus dem Jahre 2014.

Display

Uns ist gleich zu Beginn unseres Tests aufgefallen, dass das Gerät trotz einer relativ kleinen Diagonale im Vergleich zu aktuellen Mittelklasse-Smartphones erstaunlich groß wirkt. Und auch im direkten Vergleich zu einem 5,8 Zoll großen Gerät im 18:9 Format fällt der Größenunterschied zu dem 5,2 Zoll großen Display wesentlich weniger auf, als man zunächst anhand der Zahlen vermuten würde.

Zur Blickwinkelstabilität des Gerätes lässt sich grundsätzlich sagen, dass sie gut ist. Schaut man jedoch von rechts unten auf das Gerät und neigt es, bekommen weiße Stellen einen Gelbstich. Da diese Haltung des Smartphones im Alltag jedoch relativ selten vorkommt, gibt es hier keine Abzüge. Die Helligkeit des Displays ist unserer Meinung nach ziemlich dunkel gehalten – Das Ablesen bei direkter Sonneneinstrahlung gestaltet sich hier schon nicht mehr ganz so einfach. Schärfe und Schriftdarstellung sind in Ordnung und auch bei näherer Betrachtung wirken Buchstaben nicht ausgefranzt. Da hier keine Pantile-Matrix zum Einsatz kommt, wirken die 282 ppi des Gerätes noch einmal viel schärfer. Nach einzelnen Pixeln sucht man hier vergeblich.

Software

Auf dem Gerät ist aktuell die Android Version 7.1.2, sprich Nougat installiert. Ein Update auf Android 8.1 Oreo wurde angekündigt, ist laut heutigem Stand jedoch noch nicht verfügbar. Lediglich das teurere Modell Aquaris X läuft schon unter Android Oreo. Dies finden wir natürlich schade, denn auch ein Einsteiger-Smartphone im Jahr 2018 sollte möglichst auf dem aktuellsten Stand bleiben. Und so hoffen wir, das BQ hier bald nachbessert. Positiv fällt jedoch an der Software auf, dass die Oberfläche schlicht gehalten ist. Die UI sieht weder überladen aus, noch ist sie mit abgekupferten Designelementen gespickt.  Das lässt die Bedienoberfläche aufgeräumter wirken und hat positiven Einfluss auf eine flüssige Performance und ruckelfreie Menüführung. Denn das ist hier definitiv der Fall.

 

Der Homescreen des BQ Aquaris V

Der Akku

Die Akkuleistung des Gerätes kann man durchaus als Solide bezeichnen. Während unserer Testphase sind wir immer entspannt durch den Tag gekommen und mussten keine Panik-Attacken a la „WO IST DIE NÄCHSTE STECKDOSE?“ befürchten. Mit einer Kapazität von 3100 mAh ist der Akku auch hardwareseitig ausreichend groß und im Zusammenspiel mit dem sparsamen Snapdragon 435 Prozessor ist ein gutes Gleichgewicht aus Performance und Nutzungsdauer gegeben. Außerdem haben wir Qualcomms Quick Charge 3.0 an Bord, somit erreichen wir 50% Akkuladung in 30 Minuten.

Die Kamera

Die Kameraqualität eines Smartphones ist nicht selten auch der Grund für den Kauf des Gerätes. Der Erste Eindruck, wenn man die Kamera App öffnet ist recht gut, die Softwareoberfläche ist transparent gehalten, sodass sozusagen der komplette Bildschirm mit „Motiv“ ausgefüllt ist. Kein schwarzer Balken oder unnötige Einblendungen. Die Bedienung der Kamera-App ist leider weniger schön. Das Wechseln zwischen den verschiedenen Modi dauert vergleichsweise lange und falls man ein schnelles Video aufnehmen möchte, könnte der einzufangende Moment schon längst vorbei sein. Die verschiedenen Modi der Kamera sind übrigens Panorama, Foto/Video, sowie ein Motions-Modus. Hier kann man zwischen weiteren Aufnahmemethoden, wie Schnelle Bewegung, Zeitlupe und Zeitraffer wählen. Erfreulicherweise finden wir bei diesem Telefon auch einen Auto HDR Modus. Ist diese Funktion aktiviert, werden Aufnahmen detailreicher und mit einer besseren Farbgebung dargestellt (siehe Bild unten).

 

 

Jedoch lässt der erste Blick durch die Fotokamera auch schon einen weißen Schleier erkennen, wie man ihn von günstigeren Kameras gewohnt ist. Wo die Kamera jedoch Punkten kann, sind Nahaufnahmen. Diese werden scharf dargestellt und erzeugen unter guten Lichtbedingungen schöne Fotoaufnahmen.

Wenn wir beim Thema Lichtbedingungen bleiben, sehen wir jedoch gleich die nächste Schattenseite des Gerätes. Denn sobald die Lichtbedingungen schlechter werden, also Aufnahmen bei Laternenschein oder einfach an Orten mit wenig Licht, kann die Kamera leider nicht mehr punkten. Aufnahmen werden, falls sie überhaupt erkennbar sind, verrauscht dargestellt und extrem dunkel. Das fotografierte Objekt hier überhaupt noch zu erkennen: eine Herausforderung. Zum Vergleich das Foto eines Samsung Galaxy S8 direkt daneben. Aber ich denke bei diesem Preis kann man auch nicht viel erwarten. Denn fairerweise muss man zugeben, dass auch  Huawei P20 lite für 350€ hier noch seine Schwierigkeiten hat.

In einer dunklen Umgebung mit beleuchteten Elementen sind die Aufnahmen jedoch voll in Ordnung – für diesen Preis – und können sich durchaus sehen lassen. Lediglich wenn wir uns Objekte in dunklen Bereichen des Bildes genauer anschauen, sehen wir, dass hier Details verloren gehen.

Somit genug von der Hauptkamera. Kommen wir zu einem weiteren großen Pluspunkt für das Gerät und zwar der Frontkamera. Denn hier ist das besondere Feature ein LED-Blitz neben dem Sensor. So könnt ihr selbst bei absoluter Dunkelheit noch schöne Selfies machen. Die Aufnahmen sind nicht übertrieben unscharf oder zu schwammig, von diesem wirklich guten Ergebnis sind selbst wir überrascht. Zum Spaß haben wir das gleiche Selfiefoto des BQ mit einem vom fast 1000 Euro teureren IPhone X verglichen. Wie man auf dem Foto erkennt, kommt starkes Licht aus dem Hintergrund und damit kommt Apples Highend-Bollwerk wohl gar nicht zurecht. Das BQ hingegen zeigt ausgeglichene Farben und keine so starke Überbelichtung im Gesichtsbereich.

Fazit

Das BQ Aquaris V ist ein gutes Smartphone für schmales Geld. Trotz des geringen Preises bietet es einige kleine Raffinessen, mit denen es sich durchaus von der Konkurrenz in diesem Preisbereich abheben kann. Jedoch sollte man hier nicht mit der Erwartungshaltung herangehen, das perfekte Smartphone zu bekommen, denn auch dieses Modell zeigt Schwächen, wie verrauschte Aufnahmen bei Dunkelheit oder das etwas schwach beleuchtete Display. Weiterhin hätte man die Softkeys unter dem Display durch Onscreen-Tasten ersetzen können und so mehr Platz für ein größeres Display schaffen können. Noch dazu kommt, dass die Softkeys nicht beleuchtet sind, im dunkeln ist hier also gute Koordination gefragt. Dafür finden wir im Kameramodus hilfreiche Einstellungsmöglichkeiten, wie einen Auto HDR Modus. Außerdem hat uns der LED-Blitz für Selfie-Aufnahmen als kleines Gimmick durchaus positiv überrascht. Insgesamt finden wir mit diesem Smartphone ein rundes Gesamtpaket für einen guten Preis vor. Menschen, die auch nicht mehr für ein Smartphone ausgeben wollen oder können, sind hier an der genau richtigen Adresse.

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