4K für unter 1.200 Euro? – Der Viewsonic PX747-4K Beamer im Test

Für alle Heimkino-Fans wird dieser Testbericht besonders interessant. Denn zu jedem Heimkino gehört natürlich auch ein Beamer. Wir durften in den letzen Wochen den Viewsonic PX747-4K für euch testen und berichten von unseren Erfahrungen.

Technische Daten: Wie funktioniert ein DLP Beamer eigentlich?

Beginnen wir mit einer kurzen Einführung in die Funktionalität des Beamers und starten mit der Technik. Der Viewsonic PX747-4K ist ein DLP-Projektor (Digital Light Processing) mit hoher Helligkeit und XPR-Technologie. DLP-Displays wie das PX747-4K arbeiten, indem sie Licht durch ein Farbrad und einer Reihe winziger Spiegel (eigentlich eines für jedes Pixel) und dann durch die Linse auf den Bildschirm projizieren. Der PX747-4K verfügt über ein RGBW-Farbrad, das die Weißlichtausgabe unterstützt. Um die Auflösung auf 3840×2160 zu bringen, verwendet er eine Pixel-Shifting-Technologie. DLP-Chips verwenden Spiegel, um das Licht zu reflektieren, und jeder Pixel hat seinen eigenen Spiegel auf dem Chip. Der Chip im Viewsonic hat nur physikalische Spiegelungen von 1920×1080 Pixeln, um die volle 4K Auflösung zu erhalten. Deswegen projiziert jeder Spiegel vier Pixel. Das ganze passiert so schnell, dass unser Gehirn es als vier einzelnen Pixeln wahrnimmt, die gleichzeitig erscheinen.

Der Projektor ist für 3.500 ANSI-Lumen ausgelegt, was für einen Heimprojektor dieser Größe sehr hell ist. In einem Raum mit Umgebungslicht, insbesondere in der normalen Helligkeitseinstellung, stellt dies kein Problem dar. Mit dieser Einsstellung könnt ihr mit rund 4.000 Stunden Lampenlebensdauer rechnen. Die Lebensdauer der Lampe wird im Eco-Modus laut Viewsonic auf 15.000 Stunden verlängert, die Lichtleistung muss jedoch deutlich gesenkt werden. Es gibt auch einen dynamischen Modus, den auch wir dauerhaft genutzt haben. Dieser wirkt wie eine automatische Blende und passt die Lichtleistung auf Grundlage des projizierten Bildes an. Die Geometrie wird durch einen ausziehbaren Fuß an der Vorderseite unterstützt. Man kann dies durch den Keystone-Effekt mit einer Korrektur von bis zu 40 ° kompensieren. Dies reduziert jedoch die Auflösung. Es gibt keine Linsenverschiebung und das Bild ist 120% über der Objektivachse versetzt. Das bedeutet, dass 10% der Bildschirmhöhe über der Projektorposition liegt. Dies ist ideal für eine typische Decken- oder Tischhalterung. Im Test benutzten wir Letzteres.

Ausstattung und Design

Das Gehäuse ist komplett weiß aus hochwertigem Kunststoff in einer matten Oberfläche, die das Licht nicht reflektiert. Die Linse ist zu einer Seite versetzt, ausgeglichen durch eine kleine Lüftungsöffnung. Zwei weitere große Grills schmücken die Seiten und sorgen für eine effektive Handhabung der heißen Lampe, ohne zu laute Lüftergeräusche zu erzeugen, die besonders bei älteren Geräten oft ein großes Problem darstellten.

An der Oberseite des Projektors befinden sich die Tasten des Bedienfelds (wenn man die mitgelieferte Fernbedienung nicht verwenden möchte) sowie der Fokus- und Zoom-Einstellring.

Man muss jedoch beachten, dass der PX747-4K, wie die meisten DLP-Projektoren, keine Linsenverschiebung besitzt. Man muss daher besonders wachsam sein, wenn die Linse horizontal auf dem Bildschirm zentriert wird. Es gibt einen verstellbaren Fuß, um das Bild auf die richtige Höhe zu heben, wenn sich der Projektor auf einem Tisch oder Ständer befindet, und eine Trapezkorrektur, welche jedoch nur nach oben oder unten eingestellt werden kann. Die Rückseite des Projektors verfügt über zwei HDMI-Eingänge: Einmal ein Eingang der Version 2.0 (für HDR-Inhalte) und der andere Version 1.4. Es gibt auch einen VGA-Anschluss, 3,5-mm-Audioeingang und -ausgang, einen Mini-USB für Firmware-Aktualisierungen, einen RS-232-Steuerungsanschluss und einen USB-Eingang.

Die Anschlüsse im Portrait

Die Fernbedienung ist klein und im selben Farbton gehalten wie der Beamer mit einer hellblauen Hintergrundbeleuchtung, die jede Taste auch bei Dunkelheit gut sichtbar macht. Die Tastenbelegung ist gut, denn es gibt eine große Anzahl von Schnellzugriffstasten zum Ändern der Eingänge oder zum Anpassen der Menüoptionen. Am oberen Ende der Fernbedienung sind die jeweiligen Power-Tasten. Ein ist rot, während Aus grün ist, was leider aufgrund der „gewohnten Farben“ keinen Sinn ergibt. Es gab unzählige Male, dass ich den falschen Knopf aufgrund seiner Farbe gedrückt habe. Doch das ist natürlich Gewohnheitssache.

Leistung

Ja, wir waren sehr gespannt auf das Bild des Beamers. Nach dem Einschalten ging es gleich an die verschiedenen Einstellungen. Nach dem Anschluss der Playstation 4 Pro wurde eine Sprachauswahl angefordert, bevor ein Menü angezeigt wurde.

Das Bildmenü bietet drei Bildvoreinstellungen sowie zwei Benutzerspeicherplätze. Alle können kalibriert werden und die User-Slots können beliebig umbenannt werden. Der Projektor schaltet den Modus nicht um, wenn ein HDR-Signal erkannt wird. Daher sollten Sie zwei Kalibrierungen vornehmen und dann die Tasten auf der Fernbedienung verwenden, um den Wechsel von Ultra HD-Inhalten zu aktivieren. Alle Einstellungen sind für jeden Signaltyp unabhängig, was eine gute Sache ist. Unter den Bildmodi Hell, Standard und Film haben wir den Filmbildmodus. Beim Anschauen und Spielen auf einer Playstation 4 Pro in 4K konnte man nicht feststellen, dass es sich nicht um ein natives 4K-Bild handelt. Die Auflösung sah wirklich klasse aus. Wir konnten im Test auch keine Verzögerung feststellen, die das Gameplay beeinflussen hätten können.

Wir haben verschiedene Serien, Live-Übertragungen und Games getestet und es war wirklich beeindruckend, was der Beamer geleistet hat. Man kann per Fernbedienung den HDR-Modus ganz leicht ein- und ausschalten und so auch den Unterschied sofort feststellen. Wirklich stark! Wir waren fasziniert von der Klarheit des PX747-4K. Der Pixel-Shift ist unglaublich effektiv und erzeugt mühelos ein Bild, das in der Schärfe den besten nativen Ultra HD-Projektoren entspricht, unabhängig vom Preis. Auch die Lüftung ist sehr leise und fällt nicht durch ein lautes Surren auf, wie es bei vielen anderen Projektoren der Fall ist. Doch im Test wurde der Luftstrom bis zu 55 Grad heiß, was kleinere Räume natürlich sehr schnell aufheizt. Man sollte sich also nicht direkt neben der Lüftung setzen und keine Gegenstände, die Feuer entfachen können daneben stellen. Auch der verbaute 10-Watt Lautsprecher erfüllt seinen Zweck voll und ganz und hat einen lauten Ton. Dieser wirkt manchmal etwas blechern.

 

Fazit

Was der Viewsonic PX747-4K Projektor für den Preis leistet, ist beeindruckend. Er liefert super scharfe Bilder mit hoher Auflösung und HDR für 1.200 Euro. Negativpunkte sind einzig die falsche Besetzung der On/Off-Tasten und der manchmal etwas blecherne Lautsprecher. Doch sonst kann man den Beamer ohne Probleme klar weiterempfehlen. Wenn Sie also 4K in ihrem Heimkino genießen wollen, ist dieser Beamer eine super Wahl zu einem fairen Preis.

4K für unter 1.200 Euro? – Der Viewsonic PX747-4K Beamer im Test
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