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Worauf muss ich beim Kauf einer Kamera achten?

von Nils Ahrensmeier
Kamera Kaufen

Der Kameramarkt ist heutzutage VOLL. Wenn man nicht genau weiß wonach man suchen soll, wird es schnell unübersichtlich. In diesem Thema wird es keine direkte Empfehlungen geben, sondern nur allgemeine Tips zum beachten.

Erste Entscheidung: Kompakt, System, DSLR oder Mirrorless.

Kompaktkamera

Die Kompaktkamera ist so das simpelste was man haben kann. Es ist eine kleine Kamera mit einem fest verbautem Objektiv. Der Sensor ist recht klein und oft unter dem Micro 4/3. In den höheren Preisklassen kann dies natürlich anders aussehen und bis APS-C gehen. Der Preis ist dann aber oft schon im Bereich von 1000€. In den kleineren Preisbereichen hat man jedoch sehr selten die Möglichkeit die Kamera Einstellungen wie Belichtungszeit, Blende oder ISO manuell einstellen zu können. Sie sind jedoch die bessere Alternative zu einem Handy für den Urlaub. Manche Einrichtungen haben jedoch auch schon mit den Produktionen solcher Kameras aufgehört da die Smartphones für Fotos immer beliebter werden. Nikon hat dadurch bereits Produktionsstätten in China und Barcelona geschlossen.

Systemkamera

Das Upgrade von einer Kompaktkamera. Vom Prinzip her sind sie sich sehr ähnlich mit der Sensorgröße und Formfaktor. Wirklich unterscheiden tuen sie sich bei den Objektiven auf. Was bei der Kompaktkamera noch zum ausfahren war, ist nun wechselbar zum Abnehmen. Dies gibt mehr Freiraum in der Bildgestaltung und Flexibilität, schafft aber dadurch natürlich auch mehr Kosten. Leider sind solche Kameras nicht so beliebt, daher gibt es weniger Objektive zur Auswahl.

DSLR (Digitale Spiegelreflex)

Die DSLR ist so die am häufigsten verwendete Kamera. Auch wenn man eine neue Kamera sucht findet man meistens diesen Typen als erstes. Genau wie bei den Systemkameras kann man hier das  Objektiv wechseln. Hier findet man aber auch die größeren Sensoren. Genau so wie die Möglichkeit genau die Belichtung anzupassen sowie extra Funktionen an Einstellungen. Für mich auch noch ein Vorteil: sie sind in der Regel robuster als die anderen Kameras. Last euch von mir gesagt sein: sie überleben auch Stürze aus Brusthöhe auf harten Pflaster (manchmal).

Mirrorless

Die Mirrorless Kameras sind momentan dank Sony der letze Schrei in der Kameratechnik. Vom Prinzip her ist es das selbe wie eine DSLR nur ohne den Spiegel im Gehäuse. Hier wird das Bild für den Sucher direkt vom Sensor abgegriffen. Dies führt oft zu Verzögerungen, Schwankungen oder Laggs. Der Vorteil: man sieht genau wie das fertige Foto wird. Kein Gerate oder Geteste mehr wie bei einer DSLR.

​Zweite Entscheidung: Neu oder Gebraucht

Neue Kamera

Beim Kauf einer neuen Kamera sollte man ein paar Sachen im Hinterkopf haben: es ist die teuerste Alternative, dafür hat man ein unbenutztes Produkt und Garantie. Doch es gibt noch einen Punkt der sehr wichtig ist: wann ihr sie kauft. In der Kamera Technik ist es momentan so, dass “Consumer” oder Einstiegskameras einen Lebenszyklus von 1-2 Jahren haben bis ein Nachfolger zum selben Preis rauskommt. Bei “Prosumern” oder Profi Kameras sind es in der Regel 3 Jahre bis ein neues Modell rauskommt. Man sollte also vor dem Kauf immer schauen, wann das Model raus kam und ob nicht in den nächsten Monaten der Nachfolger kommt und mehr Leistung für den selben Preis bietet.

Gebrauchte Kamera

Nun bei der gebrauchten Kamera gibt es grundsätzlich diesen Gedanken: es ist billiger, dafür gebraucht und in der Regel keine Garantie. Ich sage bewusst in der Regel, da es manche Händler gibt, die auch auf Gebrauchte Kameras noch Garantie legen (zum Beispiel Calumet). Jedoch liegen dort die Preise auch wieder höher als auf Ebay oder Kleinanzeigen.

Einer der wichtigesten Punkte beim Kauf einer gebrauchten Kamera sind:

  • Bittet um mehr Bilder vom Äußeren der Kamera um Risse ect. in den Displays zu sehen. Ebenso vom Inneren der Kamera um den Spiegel und den Sensor zu sehen.
  • Bittet um ein aktuelles Testfoto vor einem neutralen Hintergrund (Beispiel eine weiße Wand.
    • der Grund dafür: Ihr könnt sehen, ob der Sensor viele Flecken hat (Sensor Reinigung kostet ca. 30€) und ob der Sensor tote Pixel hat (einfarbige Pixel, Bildfehler)
    • außerdem könnt ihr das Foto auf diverse “Shutter Count” Seiten hochladen um die wahre Auslöserzahl zu erfahren.
  • Shutter Count: Die Zahl der Außlöser die die Kamera bislang gemacht hat.

Shutter Count

Der Shutter Count ist so ziemlich der größte Punkt auf den man beim Kauf einer gebrauchten Kamera achten sollte. Es gibt die Zahl der Außlöser an, die die Kamera durchlebt hat. Jede Kamera ist vom Hersteller auf einen mindest Shutter Count geschätzt. Im Einstiegs- bis Mittelfeld liegt dies bei ca. 100.000, im Semi Profi Bereich 150-200.000 und im oberen Profi Bereich 300-400.000. Nun das klingt im ersten Moment viel. Das ist es auch. Ich kenne viele Fotografen, die Ihre Profikameras extrem schonen. Wenn Sie dann doch Upgraden oder ein Systemwechsel ansteht, haben diese Kameras, die problemlos 150.000 mitmachen läppische 50.000. Man kann so unbedenklich zuschlagen. Selbst bei etwas wie 80.000 kein Problem. Lasst euch nicht abschrecken. Außerdem: diese Schätzung ist nur ein Richtwert. Wir selber haben eine Kamera, die auf 150.000 geschätzt ist und nun bei über 430.000 lebt. Sie weißt mittlerweile immer wieder starke Fehler auf. Hat jedoch deutlich die Erwartung übertroffen. Dies kann passieren, muss jedoch nicht. Aber sporadisch kann ich sagen: wenn es unter dem geschätzten Wert liegt und man nicht absolut Fotos darauf verschießt mit 3.000 Fotos am Tag, kann man problemlos eine gebrauchte Kamera nehmen.

 

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