Zwei Displays? Meizu Pro 7 Plus Review

Eines der wohl interessantesten Smartphones aus dem Jahr 2017. Auffallen tut es durch sein zweites Display auf der Rückseite. Die Rede ist vom Meizu Pro 7 Plus. Was es kann und was es nicht kann erfahrt ihr hier, in diesem Review!

Meizu Pro 7 Plus

Meizu Pro 7 Plus

Meizu ist ein chinesischer Smartphone Hersteller und mit der Pro 7 Reihe scheinen sie so einiges richtig zu machen. Aber bevor ich euch mehr über das Pro 7 Plus erzähle, ein großes Dankeschön an TradingShenzhen, die mir das Testgerät für vier Wochen zur Verfügung gestellt haben.

Meizu Pro 7 Plus

CPU: MediaTek Helio X30 – 2 x 2.6 GHz, 4 x 1.9 GHz, 4 x 2.2 GHz
RAM: 6 GB RAM Speicher
Grafikchip: PowerVR 7XTP
Display: 2560 x 1440, 5,7 Zoll
Betriebssystem: 7.0 Nougat, Flyme OS
Akkukapazität: 3500 mAh Akku
Kamera: Dual12 MP f/2.0
Frontkamera: 16 MP

 

Display

Meizu Pro 7 Plus

Meizu Pro 7 Plus

Die Meizu Pro 7 Reihe besteht aus zwei Geräten. Das Pro 7 und Pro 7 Plus. Der Unterschied liegt in der Größe. Das Plus Modell, über das ich hier in diesem Video berichte, hat statt einem 5.2″, ein 5.7″ Display. Und wo wir grade schon beim Display sind: Mit einer Auflösung von 2560×1440 Pixeln und einer Pixeldichte von 518 PPI kann sich das Display echt sehen lassen… Die Farben sind knackig und die Schwarzwerte extrem gut.
Die Blickwinkel sind sehr gut, allerdings hat auch dieses Display das bekannte AMOLED Problem des Blaustiches aus bestimmten Blickwinkeln, welches man vor allem beim aktuellen Google Pixel 2 gut sieht.
Ebenfalls negativ ist mir das Displayglas aufgefallen. Dieses ist extrem weich, was schnell zu Kratzern führt. Ich habe das Pro 7 Plus nun die letzten Wochen als Daily Driver genutzt und habe es behandelt als wäre mein eigenes. Schon nach relativ kurzer Zeit hatte ich die ersten Kratzer im Glas, obwohl ich recht gut drauf aufgepasst habe.
Dazu muss man jedoch erwähnen, dass dies ein Testgerät ist und vor mir auch schon von anderen getestet wurde.

Unter dem Glas hat Meizu aber viel richtig gemacht und ich war sehr zufrieden damit.

Design, Verarbeitung und Lautsprecher

Wenn man das Meizu Pro 7 Plus in die Hand nimmt, fühlt es sich direkt und kompromisslos hochwertig an. Mit 170g ist es relativ schwer, was für mich immer eines der ersten Anzeichen für Qualität ist.
Ich nenne es jetzt einfach Mal einen Aluminium Unibody, sofern man das sagen darf bei einem Gerät mit ganzen zwei Displays.
Mit 7,3mm dicke, zählt es definitiv nicht zu den dünnsten Smartphones der Welt, allerdings ist das schon ziehmlich dünn und lässt das Gerät vernünftig in der Hand liegen.
Das Gerät ist in vier verschiedenen Farben und zwei Speicher Größen erhältlich. Black, Space Black, Crystall Silver und Amber Gold erhältlich, wobei Silber und Gold nur in der 64GB und Space Black nur in der 128GB Variante erhältlich sind. Hier in der Hand halte ich ein 64GB Modell in der Farbe schwarz.
An der unteren und oberen Kante, wird der Unibody durch die kaum Herausstechenden Antennenstreifen unterbrochen. Aber wie gesagt, diese fallen einem kaum auf.
Die Qualität, mit der die Materialien hier zusammen geschustert wurden, hat mich echt begeistert! Versuch mal einer dem Gerät durch Druck auch nur ein kleines Knacken zu entlocken… Nahezu unmöglich!

Meizu Pro 7 Plus

Meizu Pro 7 Plus

Die obere Kante hat bis auf eines der insgesamt zwei Mikrofone nichts aufzuweisen. Links ist lediglich der Schacht für den Dual-Sim Einschub. Rechts, wie von anderen Geräten gewohnt die Lautstärkewippe und der Powerbutton. Auch diese wackeln kaum und haben sehr angenehme Druckpunkte. Das fällt bei vergleichbaren Geräten oftmals negativ auf… Unten sind 3,5mm Klinke, das zweite Mikrofon, der USB Typ-C Port und der Lautsprecher.

Meizu Pro 7 Plus

Meizu Pro 7 Plus

Ja es ist nur ein Lautsprecher. Das bedeutet kein Stereo Sound mit Hilfe der Hörmuschel oder ähnlichem. Ich wunderte mich erst warum Meizu das nicht besser gelöst hat, aber nachdem ich den Lautsprecher getestet und im Alltag verwendet habe fehlte mir dieses Feature kaum noch. Der Lautsprecher ist ausreichend Laut, die Bässe in Ordnung und die Klangqualität lässt ebenfalls nur wenig zu wünschen übrig.
Auf der Frontseite, über dem Display ist die 16MP Frontkamera, die Hörmuschel und die Benachrichtigungs LED. Interessant zu sehen ist hierbei wo Meizu den Annäherungs und Helligkeitssensor Positioniert hat. Diese Befinden sich im Hörmuschelsegment, was einen cleaneren Look auf der Front beschafft. Auf der Forderseite befindet sich allerdings noch eine kleine Besonderheit. Wir haben hier Android untypisch keine Navigationstasten. Stattdessen setzt Meizu hier auf einen Multifunktionsbutton.

Meizu Pro 7 Plus

Meizu Pro 7 Plus

Und wenn ich Button sage, dann meine ich auch einen Button. Man kann ihn tatsächlich drücken. Drückt man den Button wenn das Gerät gesperrt ist wird es durch den extrem schnellen und sehr zuverlässigen Fingerabdrucksensor Gerät entsperrt. Im ensperrten Zustand ist das Berühren des Buttons die “Zurück” Taste. Durch einmaliges Drücken kommt man direkt auf den Homescreen und zweimaliges Drücken öffnet die Kamera. Wem diese Kombination nicht zusagt, kann dies auch unkompliziert ändern, oder wahlweise auch ganz deaktivieren. So lässt sich durch zweifaches drücken auch die Musik im Lockscreen abspielen. Durch das gedrückt halten, kann man entweder Meizus Sprach Assistenen mit seinem chinesischem Akzent triggern, oder das Gerät sperren.
Klingt fürs erste sehr verwirrend, was es anfangs auch ist, jedoch gewöhnt man sich schnell daran und lernt dieses Feature auch sehr schnell lieben. Versehentliches Berühren einer der Navigationstasten gibt es hier nicht. Einzig die Art und Weise, wie man die Multi Window Ansicht öffnet, ist hier eher schlecht als Recht umgesetzt. In das Menu kommt man wenn man an der unteren Kante des Displays nach oben wischt. Der Button an sich ist aber sehr schön und gut verbaut und der Druckpunkt ist überraschend angenehm.
Auf der Rückseite ist unten der Meizu Schriftzug. Oben links unter der 12MP Dual Kamera das zweite AMOLED Display…

An sich gefällt mir das Design sehr gut. Es ist vorne Schlicht und hinten durch das zweite Display ein Stück weit außergewöhnlich. Eines kann ich, jedoch überhaupt nicht nachvollziehen… Wieso so dicke Bezel. versteht mich nicht falsch. Irgendwie passt das Design so wie es ist, aber auf DEN Smartphone Trend von 2017 ist Meizu hier nicht aufgesprungen. Bevor ich mich allerdings darüber aufrege MUSS ich euch nun was über das zweite Display erzählen.

Sekundäres Display

Ein 1.9 Zoll AMOLED Display mit einer Pixeldichte von 307PPI bei einer Auflösung von 240 × 536 Pixeln auf der Rückseite eines Smartphones.
Existieren tut dieses Feature hauptsächlich um Akku zu Sparen. Und ja, das macht es tatsächlich auch. Um auf die Uhr zu schauen aktiviere ich statt dem großen 2,5k Display das kleine stromsparende zweite Display auf der Rückseite. Gleiches gilt für Benachrichtigungen.
Nun, leider ist der Funktionsumfang zu schnell zu erklären… Es gibt im großen und ganzen nur fünf Funktionen, die man wahlweise hinzufügen oder entfernen kann.
Uhrzeit, Datum und kurze Wetter Info. Schrittzähler, das aktuelle Wetter, eine digitale Visitenkarte mit Barcode und zu guter Letzt die Musiksteuerung. Zusätzlich werden eingehende Benachrichtigungen per App-Logo, eingehende Anrufen und eine Anzeige während des Ladens angezeigt.
Allerdings muss man bedenken, dass einige Funktionen hierzulande nicht richtig nutzbar sind.
Die Wetter App kann einen in Deutschland nicht orten und manuell findet man als Stadt nur Berlin, das bedeutet nicht nur, dass man ungenaue oder schlichtweg falsche Wetterinformationen bekommt sondern zusätzlich ist das Wetter Widget nicht übersetzt und die Musiksteuerung funktioniert nur für die Hauseigene Musik App, welche ebenfalls nicht übersetzt wird.
Die digitale Visitenkarte ist zwar ganz cool, jedoch ist der Trend, dass jede Privatperson immer eine Visitenkarte dabei hat und diese von jedem den man kennenlernt einzuscannen und abzuspeichern hier in Deutschland nicht ganz so stark vertreten. Und die meisten Namen haben mehr als das Maximum von fünf Zeichen.
Es gibt zwar jede Menge Wallpaper für das zweite Display, jedoch sind diese meistens einfach nur spielerei.

Meizu Pro 7 Plus

Meizu Pro 7 Plus

Man kann das zweite Display als Live view für die Dual Hauptkamera nutzen. Und das ist eine echt gute Idee. Durch hoch oder runterwischen öffnet sich auch im gesperrten Zustand die Kamera. Durch tippen wird der drei Sekunden Selbstauslöser gestartet und ein Foto geschossen. Wer braucht die Frontkamera, wenn man doch genauso gut die Hauptkamera nutzen kann! Am besten fand ich die Option den durch die Dual Kamera ermöglichten Portrait Modus, oder auch Bokeh Effekt auch bei Selfies zu verwenden.

Kamera

Fangen wir mit der 16MP f2.0 Frontkamera an. Scharf sollte sie ja theoretisch sein, aber letztendlich sind die Bilder meißt etwas verwaschen, vorallem wenn man mal nicht in der best möglichen Lichtsituation ist.
Ein Problem bei der Innenkamera ist jedoch der Fokus… Scheinbar falsch Kalibriert und leider so gut wie immer auf dem Hintergrund… Naja, auch eine Methode sein Instagram Profil etwas einzigartiger zu machen…

Meizu Pro 7 Plus Innenkamera

Meizu Pro 7 Plus Innenkamera

Von der 12MP Dual Hauptkamera bin ich jedoch stark begeistert!

Die Bilder sind verdammt scharf, weisen knackige Farben auf und auch der Dynamik Umfang, also der Bereich zwische schwarz und weiß ist vollkommen brauchbar. Sehr positiv ist mir das natürliche Bokeh der f/2.0 Blende der Hauptkameras aufgefallen. Während ich weiter erzähle blende ich euch mal ein paar Beispiel Bilder ein.

Dual Kameras sind ja mittlerweile schon fast zum Standart geworden. Und das zu Recht. Durch die zwei verschiedenen Linsen sind neben besserem Zoom, auch noch ein Bokeh und Monochrom Modus mit an Board.

Zusätzlich zu den verschiedenen Foto-Modi, unterstützt die Kamera 4k Video, HD Slow-Motion und einen Time-Lapse Modus. Leider hat die Kamera keinen optischen, sondern nur einen digitalen  Bildstabilisator, welcher im Videomodus auch auf 1080p beschränkt ist.

Performance

Unter der Haube hat das Pro 7 Plus auch nicht gerade wenig. Angetrieben wird alles von einem Helio X30 mit 10 Cores mit einer Taktung von bis zu 2.6Ghz. Helio Prozessoren sind ja nicht grade dafür bekannt, einem aktuellen Snapdragon den Kampf ansagen zu können, allerdings war ich von dem X30 positiv überrascht! In den vier Wochen, in denen ich das Meizu nun als Daily Driver in Benutzung habe, sind mir keine starken Performance-Einbrüche aufgefallen, selbst wenn es um Apps ging, die etwas anspruchsvoller sind und dank den starken 6GB LPDDR 4 Ram, macht es auch im Multitask keine Probleme. Bei 6GB Ram, kann man echt ne Menge Apps im Hintergrund laufen lassen…

Aber für alle Spec-Nerds unter euch. Das Meizu Pro 7 Plus erreicht bei GeekBench mit seinem Helio X30, 1791 Punkte im Single-Core und 5883Punkte im Multi-Core. Somit liegt es in der Rangordnung klar über einem Samsung Galaxy S7 und schlägt auch die explosiven Werte des Note 7.

Software

Das Meizu Pro 7 Plus läuft mit dem Hauseigenen Flyme OS, basierend auf Android 7.0.

Da es wie schon erwähnt ein Gerät ist, welches nur für den chinesischen Markt bestimmt ist, kommt es komplett ohne Google PlayStore und allen anderen Google Apps, da diese in China verboten sind.

Ich bin großer Beführworter, wenn es darum geht dass Hersteller ein eigenes Android-basiertes Betriebssystem auf ihre Geräte jagen, wenn es denn gut gemacht ist… Ich als Xiaomi Liebhaber, bin durch MIUI sehr verwöhnt was das angeht. Aber Flyme OS ist erstaunlich gut. Naja… also… gut für den chinesischen Markt, für den es gedacht ist.

Schöne, aber auch schön schlichte Oberfläche mit wenigen Bugs und Performance lähmungen, wie es bei Samsung der Fall ist.

Kritik Punkt number one ist allerdings die Sprache. Es gibt keine deutsche Übersetzung, was mich überhaupt nicht juckt. Allerdings hätte ich dann schon eine konsequente englische Übersetzung. Ein Großteil der Standart Apps ist nicht übersetzt und auch die oben erwähnten Features, welche das zweite Display betreffen, werden nur dürftig übersetzt.

Den PlayStore kann man sich über den Google Installer ganz einfach installieren und das Gerät somit wie jedes andere auch nutzen. Aber Apps wie die Hauseigene Wetter-App haben mir echt gefehlt. Aber naja, da kann man Meizu auch keinen Vorwurf machen. Wer ein chinesisches Gerät importiert muss mit solchen sprachlichen Defiziten leben.

Akku

Zwei Displays, zwei Kameras, gute Performance… Irgendwie muss der ganze Spaß ja mit Strom versorgt werden… Das übernimmt beim Pro 7 Plus, der 3500mAh Akku.

Der Akku ist nicht der beste, jedoch hat er mich auch nur selten hängen lassen. Bei normaler Nutzung schafft das Gerät eine Screen on Time von circa vier ein halb Stunden, läd dank QuickCharge 3.0 aber auch wieder innerhalb von zwei Stunden wieder auf.

Im Normalverbrauch kommt man also relativ gut durch den Tag. Ich selbst bin auf Werte zwischen 15 und 20 Stunden gekommen. Als Poweruser sollte man sich jedoch immer eine Powerbank mit in die Tasche packen.

Konnektivität

In Punkto Konnektivität, muss man wieder einmal in Betracht ziehen für welchen Markt Meizu produziert. Wer hier auf LTE hofft wird meist enttäuscht. Auf Grund fehlendem Band 20 wird man hier in Deutschland kaum das LTE-Symbol neben der Uhrzeit lesen können.

Auch beim GPS hatte ich ab und zu Probleme, welche sich dann allerdings selbst behoben haben.

Preis

Das 64GB Modell bekommt man für circa 370€. Wer mehr Speicher benötigt, muss für 128GB ungefähr 460€ zahlen… Ein angemessener Preis für das, was man bekommt. Allerding ist das auch nicht grade wenig Geld, weswegen ich jedem Rate sich vorher klar zu machen ob er mit den negativen Aspekten zurecht kommt!

TradingShenzhen:

Pro 7 Plus (128GB)
Pro 7 Plus (64GB)

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