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Das Einsteigermodel für knapp 70 Euro: Oukitel C11 im Test

von Alois Niedermaier

Das C11 vom chinesischen Hersteller Oukitel wurde von uns gute anderthalb Monate auf Herz und Nieren geprüft. Das eher klobig wirkende Gerät wird von einer speziell für schwache Geräte entwickelten Version von Android angetrieben: Android Go

Dass man normalerweise nicht viel Performance von einem Gerät erwarten sollte, das nur 1 GB Arbeitsspeicher und 8 GB Benutzerspeicher besitzt, sollte jedem klar sein. Doch bei diesem Gerät wurde besonders auf Benutzerfreundlichkeit und Nutzbarkeit geachtet. Mit einem 5,45 Zoll großem 18:9 Display und einem 3400 mAh großen Akku handelt es sich hierbei um ein Gerät, das für eine bestimmte Zielgruppe entwickelt wurde. Es ist nunmal kein Top-Gerät wie das Samsung Galaxy S9 oder das iPhone XS, aber es ist ein solides Einsteiger-Smartphone für einen äußerst niedrigen Preis: auf Amazon kostet das C11 momentan knapp 70 Euro.

Lieferumfang und Verpackung

Das Handy kommt zusammen mit einem Ladekabel, einem Netzteil, einer kleinen Bedienungsanleitung und – Überraschung – einer Silikonhülle in einer niedlichen, orangenen Kartonverpackung. An der Frontseite sieht man nur das weiße Oukitel Logo, an den beiden Seiten links und rechts ebenfalls. Auf der Unterseite befindet sich ein weißer Aufkleber, der Auskunft über die Serien- und IMEI-Nummer des Smartphones gibt. Die Rückseite dagegen ist im schlichten Weiß gehalten, darauf eine kurze Übersicht über die wichtigsten Features des Geräts. Kurios: Die Verpackung behauptet, das Telefon besäße ein Fingerabdruckscanner. Dem ist leider nicht so.

Nach dem entfernen der billig wirkenden Plastikfolie kann der obere Teil der Verpackung entfernt werden, die sich jedoch nur öffnen lässt, wenn man besonders kleine Finger hat oder kräftig schüttelt, obwohl das Handy eigentlich ziemlich schwer ist. Apple-Feeling? Fehlanzeige. Nach dem Entfernen der orangenen Abdeckung kommt das Handy in einer kleinen Tüte aus Kunststoff zum Vorschein. Praktisch: Oukitel hat von Haus aus einen Plastik-Screenprotector installiert, den wir jedoch gleich wieder entfernt haben, da er dafür sorgte, dass das Display deutlich dunkler wird. Noch praktischer: auf dem Gerät befand sich eine Silikonhülle.

Nach dem Herausnehmen einer Karton-Trennwand hinter dem Handy kommt das restliche Zubehör zum Vorschein: ein (zum Glück) deutsches Netzteil zusammen mit einem Micro-USB Kabel und ein paar Bedienungsanleitungen. Viel mehr ist in der kleinen Verpackung nicht zu finden.

Design, Verarbeitung und Display

Was einem auf den ersten Blick auffällt, ist ganz sicher die (in unserem Fall) blaue Plastikrückseite. Solches Plastik ist viel Kratzer-anfälliger, zieht aber auch nicht so viele Fingerabdrücke an. Von Vorteil ist aber, dass eine solche Rückseite abnehmbar ist und einen schnellen Akkutausch ermöglicht Nach dem Abnehmen findet man dort einen Dual-SIM Slot und einen Micro-SD Slot. Zudem befindet sich dort eine Dual-Kamera (!) und eine LED-Lampe. Unten findet man noch das Herstellerlogo und die Website.

Auf der Front dagegen findet man ein 5,45 Zoll großes 18:9 IPS TFT Display mit einer leider sehr niedrigen Auflösung von 480 x 960 Pixel und damit einer Pixeldichte von 197 ppi. Wegen der niedrigen Auflösung kann man Videos auf verschiedenen Plattformen, darunter YouTube, nur mit einer Maximalauflösung von 480p wiedergeben, was wir ziemlich schade finden. Die beiden Kanten links und recht sind sehr schmal gehalten. Oben befinden sich eine 2 Megapixel Kamera, eine Lautsprecherkerbe und sämtliche Sensoren. Unten dagegen ist nichts zu finden.

Die linke Kante ist frei von Knöpfen; auf der Rechten befinden sich die Lautstärke- und Einschalttasten. An der oberen Kante findet man einen Micro-USB Anschluss und eine 3.5 mm Kopfhörer-Klinke, unten dagegen befinden sich die Lautsprecher mitsamt dem Mikrofon.

Von der Verarbeitung her könnte man erahnen, dass es sich um ein 70-Euro-Handy handelt, denn das überwiegend benutzte Material ist: billiges Plastik. Die Kanten sowie die Rückseite bestehen in 100% aus Plastik, an den Kanten findet man lediglich leicht abkratzbaren Lack. Somit ist das gesamte Handy sehr Kratzer-anfällig, das Display ist auch nicht mit Gorilla Glass geschützt. Als Gesamtpaket eine ziemlich schlechte Verarbeitung, die jedoch dem niedrigen Preis entspricht.

Kamera

Ah, die Kamera. Allem Erstaunen nach findet man auf dem Rücken eine, Achtung, Dual-Kamera mit 5 MP und 2 MP Auflösung. Die zweite Linse hilf dabei, einen sogenannten Bokeh-Effekt zu erzeugen. Dabei ist der Hintergrund verschwommen und die fotografierte Person oder Gegenstand rücken in den Vordergrund. Neben diesem kleinen Gimmick ist jedoch nicht viel mehr in der Kamera-App zu finden: es gibt einen Fotomodus, einen Videomodus, Panorama, den vorhin genannten Blur-Effekt und einen Pro-Modus, der die Einstellung der ISO und anderen Optionen ermöglicht. Die Videoaufnahme erfolg ausschließlich durch die erste Linse und erfolgt in der Auflösung von lediglich 640 x 480 Pixel mit 30 Bildern pro Sekunde. Aber hier gilt wieder: diese Werte sind normal für einen derart niedrigen Preis.

In der Praxis schlägt sich die Kamera halbwegs durch: bei guten Lichtverhältnissen bekommt man klare Bilder mit etwas blassen, aber ordentlichen Farben. Bei nächtlichen Aufnahmen wird es jedoch schwierig; man erkennt viel Rauschen und das Fehlen der Farben.

Ein Beispielbild, mit einem Oukitel C11 geschossen.

Akku, Performance und Hardware

Als Einsteiger-Handy ist das Oukitel C11 dazu gemacht worden, zum Telefonieren, Simsen und Chatten oder gelegentlicher Social-Media-Nutzung benutzt zu werden. Und das ist auch tatsächlich so; mit dem MediaTek MT6580A und ARM Mali-400 Chipsatz, begleitet von 1 (!) GB Arbeitsspeicher bietet das Handy nicht besonders viel bei der Performance. Man kann schon meistens ohne Ruckler durch eine Website oder eine App scrollen, aber teils dauert das Öffnen der App sehr lange. Einfache Spiele schafft das Handy meistens auch ohne Probleme, aber es wird nix mit Ressourcen-hungrigeren Games wie PUBG Mobile oder Final Fantasy IX. Einen Antutu-Test von dem Handy würden wir gerne hier veröffentlichen, jedoch ist die App nicht mit dem C11 kompatibel. Ziemlich seltsam, denn sogar billige Chinaclons unterstützen das Benchmark-System.

Der 3400 mAh grosse Lithium-Polymer-Akku schlägt sich dagegen besser. Wir haben das Handy ein YouTube-Video auf voller Helligkeit und WLAN wiedergeben lassen. Die Batterie machte nach knappen viereinhalb Stunden platt. Im Alltag dagegen hält das Handy bei normaler Benutzung locker bis zum Abend durch, sodass man nicht dazwischen laden muss und das Handy bequem am Abend ans Kabel stecken kann. Fazit: der Akku kann sich durchaus sehen lassen.

Bei der Hardware punktet das Einsteiger-Smartphone mit einer 3.5mm Audio-Kopfhörerklinke, die man mittlerweile immer seltener sieht. Sie fehlt beispielsweise bei den iPhones ab iPhone 7 und bei der Huawei P20 Serie. Ansonsten finden wir einen Monolautsprecher und ein Mikrofon auf der Unterseite und einen Lautsprecher zum Telefonieren auf der oberen Front. Der Klang vom Hauptlautsprecher ist ehrlich gesagt sehr enttäuschend. Wir haben schon viel bessere Handy-Lautsprecher in dieser Preisklasse gefunden. Der Sound ist flach und blechrig, es fehlt am Bass und Höhen. Ein Vorteil dagegen ist die Lautstärke; an ihr fehlt es nicht. Über den Lautsprecher zum Telefonieren kann man nicht viel sagen; unser Gegenüber kann uns klar und deutlich verstehen, genau so wir. Darüber hinaus findet man auf der Unterseite noch einen microUSB-Port.

Betriebssystem

Normalerweise fügen wir bei unseren Testberichten keinen besonderen Abschnitt für das Betriebssystem zu. Das Oukitel C11 ist jedoch eine Ausnahme. Bei diesem Gerät wurde nämlich Googles Android Go verbaut. Android Go ist eine „Lite-Variante“ für leistungsschwächere Smartphones und Tablets. Es ist ein “schlankes” Betriebssystem für leistungsschwächere Smartphones und Tablets. Smartphones mit Android 8.0 Oreo, die 512 bis 1 GB RAM haben, sollen automatisch Android Go ausfuehren. Fuer Go gibt es speziell entwickelte Versionen von den wichtigsten Google-Apps, die deutlich weniger Speicherplatz einnehmen. Laut Google ist das System selber bis zu 2x kleiner als die reguläre Version. Insgesamt ist das Betriebssystem sehr Ressourcen-sparend und eignet sich für Einsteiger-Geräte wie das C11.

Der einfache Homescreen ist benutzerfreundlich und ideal fuer Einsteiger.

Infos zum Telefon.

Fazit

Als abschliessendes Fazit können wir sagen: das Oukitel C11 ist ein solides Einsteiger-Handy mit vielen tollen Funktionen und Android Go, dank dem das Handy für rund 70 Euro ein ordentliches Gesamtpaket für Kinder oder ältere Menschen bildet. Mit einem vergleichsweise starkem Akku kann man das Handy gut im Alltag verwenden, wenn man keine zu hohen Ansprüche hat.

Das Handy ist auf Amazon für rund 70 Euro in den Farben Schwarz und Blau erhältlich.

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