Im Test : Sony Xperia XZ

Im Test : Das Sony Xperia XZ

 

Techniktest-Online durfte Sony‘s diesjähriges Flaggschiff eine Woche lang testen.

Zuerst einmal vielen Dank dafür an Sony. Mit dem Xperia XZ hat es Sony geschafft, wieder einmal ein großartiges Telefon herzustellen, dass für alle Eventualitäten gerüstet ist. Um eines vorweg zu sagen, das Smartphone hat die Bezeichnung Flaggschiff auf jeden Fall verdient. Ausstattung und Features wurden hoch angesetzt. Hier und da müssen allerdings auch ein paar Abstriche gemacht werden. Mehr dazu lest ihr im folgenden Artikel.

Unpacking

Das Sony Xperia XZ kommt in einer kleinen, aussen weiß und innen farbigen Papp-Verpackung daher. Nicht zuviel an Verpackung, doch ausreichend um das Telefon beim Transport ordentlich zu schützen. Aufdrucke auf der weißen Aussenverpackung weisen daraufhin, dass es sich beim Inhalt um das Xperia XZ von Sony handelt. Nach dem Öffnen liegt das Sony Xperia XZ gleich obenauf. Hat man es entnommen, gibt es den Blick auf den Rest des Inhaltes frei.

Verpackung des Sony Xperia XZ

Die Verpackung des Sony Xperia XZ

Der da wäre:

  • das Handbuch
  • kabelgebundene Kopfhörer
  • Ersatz Silikon In-Ear Pads
  • das Ladegerät

Wie eingangs schon erwähnt ist nicht zuviel Schnick-Schnack dabei, aber alles was man braucht, um das Telefon zu nutzen.

Erster Eindruck

Beim ersten Kontakt mit der Hand fällt einem sofort die glatte Rückseite auf. Dem Empfinden nach vielleicht ein wenig zu glatt. Besonders bei feuchten Händen, z.B. im Sommer, könnte es passieren das das Smartphone die ein oder andere Hand rutschenderweise verlässt. Demzufolge sollten Nutzer deshalb zu guten Reflexen neigen oder wahlweise einen straffen Griff haben. Nichtsdestotrotz, es liegt gut in der Hand. Die Rückseite, gefertigt aus Sony‘s eigenen ALKALEIDO-Metall und mit XPERIA Schriftzug, ist aber sehr anfällig für Finger oder Handabdrücke. Das Gewicht liegt bei handlichen 161 Gramm.

Desweiteren beeindruckt natürlich das ganze Design. Das Gerät macht ringsum den Eindruck als sei es aus einem Guss. Nahtlose Übergänge von Display zu Gehäuse und die abgerundeten seitlichen Kanten verleihen dem Gerät eine sanfte, schlichte Optik. Übrigens wird das XZ  in den 3 verschiedene Farben, Forest Blue, Mineral Black und Platinum dem Käufer angeboten.

Ausstattung, Display und technische Details

Sony hat das Xperia XZ mit allerlei technischen Premium Features ausgerüstet. Angetrieben wird es von Qualcomms Snapdragon 820, einem 64-Bit Prozessor. Ein 3 GB großer Arbeitsspeicher wird diesem zur Seite gestellt. Infolgedessen sollte mehr als ausreichend Power für aktuelle Spiele sowie Multitasking zur Verfügung stehen. Als internen Speicher gibt es 32 GB, welcher mit einer bis zu 256 GB großen Speicherkarte erweitert werden kann. Der reinste Augenschmaus ist auch das 5,2 Zoll große TRILUMINOS-Display, mit einer Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080. Dieses wird durch die X-Reality Technologie für die Bildverbesserung unterstützt. Scharfe, sehr gut lesbare Schriften und dank der Adreno 530 GPU, ausgezeichnete Grafiken in Spielen resultieren daraus. Im Antutu Benchmark Test gelingt dem Smartphone so die respektable Punktzahl von 139990.

Extras

Der integrierte Smart Cleaner löscht in gewissen Abständen den Cache des Telefons und deaktiviert ungenutzte Apps. So soll dem Nutzer ein Smartphone in immer optimaler Geschwindigkeit zur Verfügung stehen. Vor Regen, Spritzwasser und Staub geschützt ist das Xperia XZ nach der IP65/68 Zertifizierung. Auch Corning Gorilla Glas ist wieder zum Schutz angelegt. Sony selbst aber rät davon ab, dass Gerät komplett unter Wasser zu tauchen. Schon allein wohl wegen der fehlenden Abdeckung für den USB Type C Steckereingang. Dennoch können grobe Verschmutzungen wohl einfach unter dem Wasserhahn abgespült werden.

Das Sony Xperia XZ

Das Sony Xperia XZ

Intelligenzbestie

Zum Zeitpunkt des Tests lief das Sony Xperia XZ noch mit Android Marshmallow 6.0.1. Das Update auf Android Nougat 7 sollte aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. Bloatware, also Apps, die die meisten User eigentlich nicht wollen, oder benötigen, waren bei unserem Testgerät kaum vorhanden. Weiterhin lieferten auch die eingebauten Stereo Lautsprecher, einer mittig oben am Gerät und einer an der unteren Bedienleiste, einen wirklich beeindruckenden Klang. Damit macht das Musik hören oder Film sehen echt Spaß. Ein 3,5 mm Klinkenstecker Eingang ist ebenso vorhanden, die mitgelieferten In-Ear Kopfhörer leisten auch gute Dienste. Das Xperia XZ wird als ein intelligentes Telefon beworben. Es lernt das Nutzungsverhalten des User kennen und stellt so ein individuelles Smartphone Erlebnis her. Wird eine App öfter genutzt, stellt sich das XZ darauf ein und wird dem User dann zu einem passenden Zeitpunkt wieder vorgeschlagen. Dies kam im Testzeitraum leider nicht zur Geltung.

Inbetriebnahme

Den Powerbutton betätigt, schon startet das Sony Xperia XZ nach einer leichten Vibration. Nach kurzer Wartezeit folgt dann die sporadische Geräte Einrichtung. Also Sprache, Uhrzeit, Name, Google Anmeldung, falls gewünscht, und die Sicherheitseinstellungen für das entsperren des Lockscreens. Ob mit PIN, Muster oder Fingerabdruck, verschieden Möglichkeiten stehen offen. Leider gelang es beim ersten Einrichten nicht, den Fingerabdrucksensor direkt in Betrieb nehmen zu können. Nach ein bisschen herumprobieren klappte die Einrichtung des Sensors dann doch und das Entsperren lief damit später meist reibungslos. Mit an Bord, Tap-to-wake, also das Display zweimal antippen und schon wird es aus dem Tiefschlaf geweckt. Versuchte man allerdings das Display beim Testgerät mit Tap-to-wake entsperren wollte, reagierte der Fingerabdrucksensor nicht auf die angelegten Fingerabdrücke. Entsprechend musste das Display erneut gesperrt und mit dem Sensor entsperrt werden.

Bedienung

Zur Bedienung muss eigentlich nicht viel erklärt werden. Die UI wirkt Sony typisch sehr aufgeräumt. Das Multi-Touch-Display reagierte immer flott auf sämtliche Eingaben und Gesten. Weiterhin verrichteten die Virtuelle Buttons im unteren Teil des Displays ihre Arbeit zuverlässig. Über den rechtsseitig angebrachten Kamerabutton lässt sich die Kamera-App dann durch zweimaliges Drücken öffnen. Dementsprechend funktionierte der Start sehr schnell und zuverlässig. Desweiteren lassen sich Themen und Widgets durch längeres Drücken auf dem Hauptbildschirm einstellen. Hier können auch weitere Themen oder Layouts gedownloadet werden.

Die Positionierung der Lautstärkebuttons ist für Rechtshänder recht unglücklich gewählt. Denn durch die Position des Daumens sucht man logischerweise immer an der oberen rechten Seite des Gerätes. Angebracht wurden sie allerdings im unteren Bereich, also ist man gezwungen, den Daumen nach unten zu verrenken. Hält man das Smartphone demzufolge in der linken Hand, sucht man mit dem linken kleinen Finger die Seite nach den Buttons ab. Ungewöhnlich, aber vielleicht wenn man sich daran gewöhnt hat…

Kameras

Sony hat jahrelange Erfahrung mit ausgezeichneter Kamera Technologie. Die neueste Xperia Kamera verfügt deshalb über eine brandneue 3-fach Sensor Technologie. Farben und Bewegungen lassen sich so schnell wie nie zuvor einfangen. Der Exmor RS Bildsensor der rückwärtigen Kamera löst mit bis zu 23 Megapixeln auf. Die Farben der Bilder wirken dadurch sehr naturgetreu und gerade bei guten Lichtverhältnissen sind die Bilder einfach spitze. Gestochen scharf, auch bei schnellen Bewegungen dank des fixen Laser-Autofokus. Auf einen größeren Display betrachtet, neigen die Bilder aber zu einer gewissen Farbarmheit. Leider war es, dank des deutschen Wetters, im Testzeitraum kaum möglich ordentliche Außenaufnahmen zu machen. Abends oder im Dunklen sind die Bilder nicht besser als mit den meisten Handykameras.

Nachts nur bedingt geeignet

Ab einer gewissen Dämmerungsstufe versucht der Sensor alles aus dem Restlicht herauszuholen. Dies macht sich in den Aufnahmen durch das Aufpixeln bestimmter Bereiche oder auch Bildrauschen bemerkbar. Die Kamera wechselt innerhalb von nur 0,6 Sekunden vom Standby in den Aufnahmemodus. Das ist so schnell wie ein Blinzeln. Für noch mehr Kontrolle gibt es einen manuellen Fokus, mit dem noch mehr aus den Bildern rausgeholt werden kann. Gerade für Fotoenthusiasten und Hobbyfotografen sicherlich ein Pluspunkt des Smartphones.

Heißes Eisen

Ob ISO Wert, manueller Fokus, Weißabgleich, alles lässt sich nach eigenem Gusto einstellen. Toll für kreative Menschen. Durch die Fünf-Achsen-Stabilisierung, genannt Steady-Shot, sind auch Aufnahmen für unruhige Hände kein Problem und verwackelte Videoaufnahmen gehören so der Vergangenheit an. Weiterhin lassen sich Videos sogar in 4K aufnehmen. Eingestellt werden können 30 fps oder auch 60 fps. Vor der Benutzung dieses Modus warnt das Sony Xperia XZ, sollte es zu heiß werden, wird es infolgedessen automatisch abgeschaltet. Und natürlich gibt es verschiedene Blitzmodi gegen rote Augen oder einfach nur einen Aufhellblitz, die dem engagierten Hobbyfotografen nutzen.

Die Selfie Kamera des Sony Xperia XZ schießt Bilder mit bis zu 13 Megapixel. Dank des 22 mm Weitwinkelobjektivs können ein, zwei oder auch mehrere Freunde gleich mit auf das Bild. Auch mit AR Effekten kann gespielt werden. Besser gesagt, das Telefon scannt die Umgebung und erstellt im errechneten Bildausschnitt urzeitliche Szenen, Tauchabenteuer oder ein Dorf mit kleinen Zwergen. Weitere Effekte ebenso wie Kamera Modi lassen sich über eine Weiterleitung kaufen und herunterladen. Werden diese Modi über lange Zeit genutzt, merkt man deutlich das sich das Gerät erwärmt. Zum Abschalten hat es sich aber nicht reizen lassen.

Akku

Der Akku wird mit einer Kapazität von 2900 mAh angegeben. Im Test hielt das Sony Xperia XZ so gut 1 Tag durch, bei normaler Nutzung von Facebook, Mails, Whatsapp und Telefonieren. Beim Spielen von grafikintensiven Apps allerdings, gab der Akku nach rund 6 Stunden auf. Getestet wurden unter anderem die Spiele Dead Effect 2, Modern Combat 5, Riptide GP 2 und Space Marshals 2. Beim Zocken hat sich auch wieder eine starke Wärmeentwicklung auf der Rückseite des Gerätes bemerkbar gemacht.

Dank des Schnellladegerätes, dass nicht zum Lieferumfang gehört, und der adaptiven Ladetechnologie Qnovo, wird das Telefon, wird es vorm Schlafengehen angesteckt, bis zu 90 % mit Strom versorgt. Die restlichen 10 % werden dann kurz vorm Weckerklingeln zugeführt. Dies soll die Lebensdauer des Akkus erhöhen. Ein Ladezyklus soll rund 160 Minuten dauern. Durch diverse Software Optimierungen wird dem Akku ebenso geholfen, so lange wie möglich durchzuhalten. Der Stamina Modus kann wahlweise manuell oder automatisiert eingeschaltet werden. So wird auch noch das letzte Quäntchen Energie bis zu nächste Ladung gespart. Geladen wird übrigens per USB Typ C.

Kommunikation

Das Telefonieren mit dem Sony Xperia XZ kann als sehr angenehm bezeichnet werden. Man versteht sein Gegenüber laut und deutlich, auch wenn es um einen herum mal ein bisschen lauter ist. Die Lautstärke kann geändert werden und auch über die Lautsprecher lässt sich sprechen. Über die Kontakte App führt ein Menü durch sämtliche gespeicherte Nummern. Ein Wisch nach links und man kann seine Favoriten einsehen. Ein weiterer Wisch und im nächsten Bildschirm lassen sich Telefonnummern zu Gruppen erstellen, für die Familie oder die Freunde. Die Telefon App zeigt die alle bereits getätigten Anrufe. Häufig genutzte Nummern lassen sich von hier aus auch wieder wählen.

Fazit:

Ein ordentlich verarbeitetes Smartphone mit einer sehr guten Kamera, Spitzen Sound und auch genug Power unter der ALKALEIDO Haube. Der Akku hätte etwas größer ausfallen können und die Balken oben und unten an der Gerätefront etwas kleiner. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Lediglich die Wärmeentwicklung ist etwas unschön, da das Gerät teilweise doch sehr warm wird. Aber im Ernst, das Sony Xperia XZ ist ein echt gutes und solides Gerät mit dem man viel Spaß haben kann.

pro

  • Akku Laufzeit
  • Stereo Lautsprecher
  • Kamera
  • Klinkenanschluß

neutral

  • Verbindung zu Streaming Geräten teilweise unterbrochen
  • Akku – keine überdurchschnittliche Laufzeit

contra

  • Smartphone wird bei Nutzung diverser Anwendungen sehr warm
  • dicke schwarze Balken oben und unten
  • Lautstärketasten
  • glatte Rückseite

Hier nochmal alle Bilder in der Galerie

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