Im Test: die Logitech Harmony 950

Einer für alle, alle für einen…

Zumindest der erste Teil des Schwurs der drei Musketiere trifft auf die kürzlich erschienene Harmony 950 von Logitech zu. Mit der Steuerung von bis zu 15 Geräten und einem Farb-Touchscreen will die neueste Iteration der Harmony-Produktfamilie das Wohnzimmer erobern. Ob sie den drei Musketieren gerecht wird, wollen wir in diesem Review feststellen.

Verpackung und Lieferumfang:

Die Harmony 950 kommt in einer angenehm kompakten Verpackung, die neben der Fernbedienung mit integriertem Akku, eine Ladestation, ein USB-Kabel, ein Netzteil, die Bedienungsanleitung und Sicherheitshinweise enthält.

Die Verpackung kommt in einem angenehmen blau daher

Bevor die Fernbedienung einsatzbereit ist, muss sie erst einmal in die Ladestation. Der Akku ist komplett entladen. Genug Zeit und um die Einrichtungssoftware „MyHarmony“ herunterladen und zu installieren. Diese ist auf der Logitech Homepage für Windows-PC’s und Mac verfügbar.

Neben der Fernbedienung liegt eine Ladeschale, ein Netzteil samt USB-Kabel sowie die Gebrauchsanweisung bei

Die Software:

Zur Einrichtung der Harmony 950 ist ein Logitech-Account nötig, die Einstellungen für die Fernbedienung werden online im Benutzerkonto gespeichert. Das hat nicht nur den Vorteil, dass die Einstellungen über mehrere Systeme verfügbar sind, auch die Logitech Mitarbeiter können Einstellungen am Setup vornehmen. Und warum das auch bei mir der Fall war, folgt später.

Die Einrichtung erfolgt intuitiv über die MyHarmony – Bedienoberfläche. Einfach nach dem Hersteller und Modell suchen, hinzufügen und fertig. In meinem Fall waren es ein Panasonic 4k HDR Modell aus dem Jahr 2016, ein Yamaha AV-Receiver und ein ASRock Beebox HTPC.

Die Logitech-Software MyHarmony erkennt zuverlässig alle üblichen Geräte.

Hiermit wäre die Fernbedienung bereits einsatzbereit. Die Paradedisziplin der Harmony 950 ist jedoch die Nutzung von sogenannten Activities. Mit nur einem Tastendruck lassen sich die Geräte ein- bzw. ausschalten, die für das definierte Makro benötigt werden. Beispiel gefällig?

Um das TV-Programm zu sehen, sind in meinem Fall TV und AVR nötig. Die Software fragt dazu, welche Geräte nötig sind. Nach einer kurzen Auswahl und Beantwortung, welches Gerät für die Steuerung der Lautstärke verwendet wird und welche auf Eingänge zurückgegriffen werden sollen, ist die Einrichtung auch schon abgeschlossen.

Für jede Aktion werden die Geräte ausgewählt, die benötigt werden…

Auch über welches Gerät die Lautstärke geregelt wird, hat Logitech bedacht…

Damit die Harmony 950 weiß, über welche Quelle TV empfangen wird, wird hier DVB-C gewählt…

Der Ton würd über ein optisches Kabel an den Eingang Audio 1 an den Yamaha-Receiver übergeben.

 

 

 

 

 

 

Das abschließende Synchronisation mit der Fernbedienung nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch. Nach Abschluss teilt uns die Software mit, dass alle Daten auf die Fernbedienung übertragen worden sind.

Die Harmony 950 wird per USB an den PC oder Mac angeschlossen.

Design und Verarbeitung:

Das moderne Design der Fernbedienung weiß zu gefallen. Die Größe finde ich für meine mittelgroßen Hände optimal. Aber auch die kleineren Hände meiner Frau finden einen guten Halt. Die leicht angeraute Rückseite trägt dazu bei, dass auch bei ausgiebigeren Zapping-Sessions die Fernbedienung nicht aus den Fingern gleitet. Die Tasten sind gute erreichbar und im Dunkeln beleuchtet. Lediglich für die Lauter-/Leiser – Tasten und die Kanal Hoch-/Runter- Tasten hätte ich mir einen kleinen Knubbel gewünscht, der mir sagt, dass sich mein Finger auf der richtigen Taste befindet, auch ohne hinzusehen.

An physikalischen Tasten sind die wichtigsten vorhanden. Wer hier die Zifferntasten vermisst, darf beruhigt sein; über einen Swipe auf dem Touchscreen sind auch Diese erreichbar. Übrigens, auf dem Rücken der Harmony befindet sich ein zweiter IR-Sender, der die Signale überträgt, falls das Fernbedienung mal nicht direkt auf die Geräte zeigen sollte.

Alles in allem macht die Harmony 950 einen edlen Eindruck und eine gute Figur in der Hand.

Die Harmony 950 macht in seiner Ladeschale eine gute Figur

Die Ladebuchse versteckt sich hinter einer gummierten Abdeckung

Ein griffigeres Gefühl in der Hand und Platz für den Akku sind der Grund, warum die Harmony 950 unten etwas fülliger ist

Die Rückseite ist gummiert. Über einen zweiten IR-Sender werden die Befehle an die Geräte gesendet

 

 

 

 

 

 

Funktionen:

Wird die Fernbedienung in die Hand genommen, erscheint das farbige LCD Touchscreen und eröffnet mir die Möglichkeit, zwischen meinen zuvor eingerichteten Aktivitäten zu wählen. Andernfalls bleibt das Display aus und spart somit an Akkulaufzeit.

Die Stunde der Wahrheit: Ein Druck auf den Menüpunkt „TV“, der Panasonic springt an, das Klackern der Relais des Yamaha-Receivers signalisiert mir, dass auch Dieser angesprungen ist. Korrekte Inputs auf beiden Gerät gewählt – check. Hat also einwandfrei funktioniert.

Sind die Aktivitäten einmal synchronisiert, können sie auf der Fernbedienung abgerufen werden

Ein Tastendruck auf die Aktivität „Filme / Serien“ und auch der ASRock Beebox HTPC bootet. Der Yamaha AVR und der TV wechseln auf die passenden Eingänge und die Film- und Serienauswahl steht zur Verfügung.

Ein weiterer Tastendruck auf „Radio hören“ und der TV geht aus, der HTPC fährt wieder herunter und der AVR wechselt auf den Radio Empfang.

Bei Betätigung der „Off-Taste“ fährt nun auch der AV-Receiver herunter und alles ist wieder auf Ausgangszustand. So stellt man sich eine universelle Fernbedienung vor.

Auf Anhieb belegt die MyHarmony-Software die 950er mit den korrekten Tasten der Originalfernbedienung. Weder beim Fernseher, noch beim AV-Receiver und dem HTPC konnte ich eine Fehlkonfiguration feststellen. Darüber hinaus lassen sich über die Software einzelne Tasten je nach Geschmack neu zuweisen. Alle weiteren Funktionen sind über das Touchscreen-Menü abrufbar.

Neben der Bedienung der Geräte lassen sich über das Farbdisplay auch Einstellungen zur Vibration, Leuchtdauer des Screens und Verzögerungszeiten einstellen.

Des Weiteren lassen sich über den erweiterbaren Hub SmartHome-Geräte bedienen. Wer Besitzer einer Philips Hue LED Leuchte ist, kann über die Konfiguration einer entsprechenden Aktivität, das Licht zu Filmbeginn dimmen lassen. Welche Geräte unterstützt werden, sind auf der Logitech Homepage zu finden.

Über die Funktion Devices können die Geräte auch außerhalb ihrer Aktivität angesprochen werden

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Funktionen, die nicht über die Tasten zu erreichen sind, werden auf dem Farbdisplay dargestellt

Der Ziffernblock ist über ein Swipe nach links zu finden

Probleme

Trotz der riesigen Datenbank an unterstützten Geräten, kann man nie mit Sicherheit sagen, ob auch alles so funktioniert, wie es angedacht ist. So leider auch bei mir. Wechselt man über eine Aktivität das Input-Signal des TV’s, behielt der TV die ursprüngliche Quelle bei. Ein kurze Email-Konversation mit dem Logitech-Support und das Problem ist behoben. Hier spiegeln sich die Vorteile der online gespeicherten Einstellungen wieder. Der Support-Mitarbeiter kann die Einstellungen direkt bearbeiten und stehen nach einer erneuten Synchronisation dem Benutzer zur Verfügung.

Neben den zu den originalen Fernbedienungen etwas verlängerten Reaktionszeiten ist nur die Akkulaufzeit negativ zu erwähnen. Nach guten drei bis vier Tagen muss die Harmony 950 wieder in seine Ladeschale. Ungewohnt für diejenigen, die ihre Batterien der originalen Fernbedienung nur alle paar Jahre wechseln mussten.

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30 Jahre alt | IT-Entwickler | Tekkie aus Leidenschaft